Astenas Tagebücher - Diary -

Lange galten die Tagebücher der Astena als verschollen. Doch einige Magier, die sie gelesen haben wollen, haben sie neu niedergeschrieben.


Es war ein wunderschöner Sommer Tag. Natürlich waren alle Tage in der Götterwelt schön. Ich war im Garten und trank eine Tasse meines heißgeliebten Früchtetees. Wie immer saß ich an meinem kleinen Teetisch, auf dem heute sogar Gebäck stand. Ich wusste nicht, von wem das Gebäck stammte, aber es war mir egal. So etwas passierte häufiger. Natürlich freue ich mich über Geschenke, aber wenn ich den Absender nicht kenne tue ich mich schwer damit. Doch meine Ruhe wurde je gestört. ,,ASTENA ! VERDAMMT NOCHMAL !“ Ich hielt meine Tasse fest und der Tisch wackelte. Sie war so ungestüm. ,,Oh My...“

Würde sie nicht wie ein wild gewordener Knabe durch die Gegend rennen, sie wäre so bezaubernd. Und schon stand sie vor mir. Die junge Kriegergöttin, die mir von nun an zur Seite gestellt wurde. ,,Es ist dir bewusst, dass ich auf dich aufpassen soll ?“ Ich lächelte sie an. ,,Aber aber Jalesca ! Kein Grund zu schreien ! Setz dich doch ! Ich habe auch eine Tasse für dich.“ Doch anscheinend wollte sie meinen Tee nicht. Stattdessen knallte sie mit den Händen auf den Tisch. Ich konnte meine Tasse noch gerade retten und hob meine Hand zu meinen Mund. ,,Huch ? Hast du schlechte Laune ?“ Meine Frage war wirklich ernst gemeint. Doch anscheinend schien sie ihr zu missfallen. ,,Ob ich...schlechte Laune habe ?“ Ich war mir nicht sicher, aber die Atmosphäre in dem Garten wurde auf einmal ziemlich beängstigend. ,,Jalesca ?“ Sie war ein Schatten ihrer selbst und wie ein Vulkan schien sie förmlich zu explodieren. ,,OB ich schlechte LAUNE habe ? Ist das ein Witz ? Anstatt meinen Training nachzukommen wurde ich HEUTE von dem Göttervater zu deiner Aufpasserin degradiert ! WOMIT habe ich das verdient ? UND anstatt wie normale Götter ihren Pflichten nachzukommen, sitzt du hier fröhlich im Garten und trinkst TEE ! Und anstatt mir zu sagen wo du hingehst, muss ich dich im gesamten Palast auch noch suchen !“ Ich schaute sie verwundert an. Sie war so lieb und besorgt. ,,Ach Jalesca ! Es ist so lieb von dir das du dir Sorgen machst. Aber ich kann doch nirgendwo hin.“ Ich weiß nicht was es war, mein Lächeln ? Meine Gestik ? Aber irgendwas an mir schien sie nur noch wütender zu machen. ,,ASTENA !!!!“ ,,Oh my ! Wenn du dich so aufregst bekommst du nur Falten.“ ,,Wieso ich ? Alles was ich wollte ist kämpfen.“ ,,Und warum tust du es dann nicht ?“ Sie schaute mich sprachlos an doch ich lächelte nur. Ich lächelte eigentlich immer. Doch aus einem mir unerfindlichen Grund sackte Jalesca nur zusammen.

,,Ist das dein Ernst ? Du bist dir schon bewusst, dass du gerade von dem Göttervater mit einem Siegel belegt wurdest und ich ab sofort deine Aufpasserin bin ?“ Sie schaute in mein Gesicht doch ich nickte nur. ,,Ja na und ?“ ,,Dein SIEGEL sagt, dass derjenige dem du Liebe schwörst stirbt und du trinkst hier fröhlich Tee.“ ,,Naja...wieso sollte ich den Kopf hängen lassen ? Es ist doch nichts passiert ?“ ,,NICHTS ist das bestimmt nicht..“ Es war so süß wie sie sich Sorgen machte. Doch auf einmal wurde unsere Ruhe gestört. Hinter ihr erschien ein Gott. Ich hatte ihn schon oft gesehen. Hinter einer Ecke, hinter einer Mülltonne...er duckte sich wohl gerne hinter Gegenständen. ,,Ähäm..“ Jalesca drehte sich zu ihm um. Er erschrak und ich wurde etwas neugierig, wie ihr Gesicht wohl aussah. ,,WAS ?“ Wieder zuckte er zusammen. ,,Ich wollte fragen...Lady A..Astena...hat..haben die Kekse geschmeckt ?“ Ich schaute auf die Schale voller Kekse. ,,Oh ! Ich habe noch gar keine gegessen...Möchtest du welche ?“ Er schien sich zu freuen, aber gleichzeitig schüttelte er vehement den Kopf. ,,NEIN ! Ich...ich meine nein, sie sind nur für Sie..“ Jalesca stemmte die Hände in die Hüften. ,,Wieso nicht ? Lasst uns doch gemeinsam essen !“ Sie schnippte mit den Fingern und zwei weitere Stühle erschienen. ,,Setz DICH....“ Sie hatte so einen komischen Tonfall...aber wahrscheinlich war das einfach ihre Art. Der Junge Gott jedenfalls sträubte sich. Jalesca hingegen ging zu ihm und packte ihn an den Schultern. Es sah ziemlich schmerzhaft aus. ,,Oh doch...ich BESTEHE darauf.“ Fragend hob ich meine Hand. ,,Jalesca Liebes ? Wieso schreist du eigentlich ständig einige Worte ?“ Sie funkelte mich an. ,,Oh...eine Angewohnheit von mir...wenn ich sauer bin und am liebsten alles schreien würde.“ ,,Aha ?“ Ich lächelte und schon saß der Junge unfreiwillig an meinem Tisch, ebenso wie Jalesca. Sie beugte sich über den Tisch und stützte sich auf ihren Händen ab. ,,Los ! Nimm schon einen...“ Ich weiß nicht wieso, aber der nahm mit zitternden Händen einen von den Keksen. Zugegeben sie sahen nicht besonders schön aus, aber was zählte war der Geschmack.

,,Ich..ich kann nicht ! Es sind Liebeskekse ! Wenn ich sie essen würde..“ ,,HA ! Wusste ich es doch !“ Jalesca sprang auf und nahm einen Keks in die Hand. ,,Na los doch !“ Sie führte ihn zu seinen Mund, er schrie..und ich stand auf und drehte mich weg. Hinter mir war ein Tumult, die beiden kämpfen wohl immer noch. Ich ließ meinen Blick über den Garten schweifen. Es war schon so oft vorgekommen, dass Götter so etwas versucht hatten. Es brachte mich mittlerweile nicht mehr aus der Ruhe. Am Horizont ging die Sonne unter. Der Himmel war in ein so schönes Orange getaucht. Ich liebte diese Farbe. Aber in meinem Herzen wusste ich, dass es ab nun ziemlich laut um mich werden sollte. In meinen Händen hielt ich die Tasse Tee

....sie war kalt.


Jalesca ist so ein liebes Mädchen. Sie ist sogar bei mir eingezogen. Es wurde wurde wirklich hektischer. Es wäre nötig, meinte sie, um mich vor weiteren Übergriffen zu schützen. Gestern wurde sie meine Freundin und schon war sie bei mir eingezogen. Sie musste sich wirklich nach Freundschaft sehnen.Aber es ist schwierig zu sagen was sie denkt, die meiste Zeit ist sie mit ihrem Training beschäftigt. Sie lässt mich dabei sogar zusehen und meint, ich solle nichts anderes in der Zeit machen.

So etwas liegt mir nicht. Kämpfen. Blut vergießen. Für so etwas haben wir die anderen Götter, die dafür ausgebildet wurden.
,,Du bist ziemlich geübt mit dem Schwert.“ Sie schaute mich nicht an, sondern hämmerte stur weiter auf die Holzpuppe ein. ,,Ich mache das seitdem ich klein bin.“ ,,Oh..wie lange mag das sein ?“ ,,Habe ich vergessen.“ ,,Wieso kämpfst du so ?“ Sie schaute auf und mich an, dabei wischte sie sich ihren Schweiß von der Stirn. ,,Weil es meine Bestimmung ist.“ ,,Bestimmung...“

Nach einiger Zeit, sie war wieder zu ihrem Training zurück gekehrt, stand ich auf. ,,Ich gehe in die Stadt.“ Ich war schon fast von dem großen Platz gegangen, als eine Hand sich auf meine Schulter legte. Im ersten Moment dachte ich, es wäre ein Schlangendämon, aber dann stellte sich heraus, dass es Jalesca war. ,,IHHHH!“ Etwas erschrocken wich ich zurück. ,,DU...gehst nicht ohne mich.“ Ich ließ die Schultern hängen. ,,Aber ich möchte dich nicht beim Training stören.“ ,,Was verstehst du daran nicht, dass du alleine nicht mehr rausgehen darfst ? Es ist nicht so als würde ich gerne bei dir sein.“ Ich schaute sie an. Anscheinend schien sie ihre Wortwahl auch zu bereuen, aber ich lächelte nur. Es war mir egal.

,,Achso ? Aber ich muss in die Stadt !“ ,,Wieso ?“ ,,Ich muss jemanden Besuchen !“ ,,Einen Geliebten ?“ Ich schaute sie verblüfft an. ,,Es ist nicht nur ein geliebter Mensch ! Es sind mehrere ! Woher wusstest du das !“ ,,Du hattest dem Göttervater gesagt, das du niemanden liebst ! Keinen einzigen Gott.“ ,,Das tue ich auch nicht !“ ,,Aber...“ ,,Ach du Schreck ! Ich komm zu spät.“ Ich drehte mich auf dem Absatz um und rannte los. Jalesca wechselte mit einem Schnalzen in der Zunge die Kleidung..innerhalb einer Sekunde. ,,Ich bring dich um wenn es ein Liebhaber ist.“ Ich war weit genug weg, als dass ich es damit abtun konnte, dass ich sie nicht gehört hätte. Aber ich hatte ihre Worte vernommen...als ob ich jemals jemanden lieben könnte..

,,Wa....?“ Während ich eines der Kinder hoch hob, stand Jalesca fassungslos vor dem Gebäude. ,,Ahahah !“ Das Kind lachte. Es war Ramiba. Sie war so klein und süß. ,,HIER wolltest du her ?“ Es war einige Zeit vergangen und die Kinder spielten auf dem Rasen fangen. Ich saß auf einer Bank und Jalesca hatte sich neben mich gesetzt. ,,Und ich dachte du wolltest zu Männern.“ ,,Also wirklich ! An so etwas habe ich kein Interesse !“ Jalesca schaute mich prüfend an. ,,Dabei..könntest du jeden haben...“ Ich lächelte sie an.

,,Diese Kinder wurden weggegeben...sie sind alle auf alte Weise entstanden.“ Meine Gesprächspartnerin schaute fassungslos auf die Kinder. ,,Du meinst...per Vereinigung ?“ Ihre Stirn runzelte etwas. ,,Oh weh...sie sollen mir bloß nicht zu nahe kommen.“ Nun war ich es, die sie verwundert anschaute. ,,Wie ?“ Jalesca räusperte sich. ,,Götter entstehen nicht per Vereinigung ! Sie entstehen per Vertrag und auch nur auf Geheiß des Göttervaters ! Es ziemt sich nicht für Götter, sich wie Kaninchen fortzupflanzen. Und schon gar nicht die Kinder zu behalten.“ Ich schaute sie lange an.

In der Tat war es wirklich so wie sie sagte, Götter werden nicht geboren, sie entstehen aus einem Vertrag zweier Götter. Sie müssen beide ihr Blut geben und eine Formel sprechen. Dann entsteht im Raum eine Magie, die sich langsam zu einem Kind entwickelt. Dabei hat der Göttervater darauf geachtet, dass es gleich Kleinkinder sind, die schon eigenständig sein können. Babys würden ihn wohl zu viel Dreck machen. Ich kann diese Sichtweise nicht verstehen.

,,Aber es ist doch etwas schönes, dass man einem Wesen Leben schenkt.“ Jalesca starrte mich an. ,,Astena...Götter werden nicht geboren....und außerdem...würdest du etwas gerne aus dich raus pressen wollen ?“ Wieder einmal lächelte ich sie an. ,,Ja..ich würde es wollen. Diese Wesen sind..besser als die Kreaturen, die durch einen Vertrag entstanden sind. Sie sind aus Liebe entstanden.“ Jalesca stand auf und stellte sich vor mich.

,,Ich kann eine Sicht der Dinge nicht verstehen, aber ich wurde aus so einem Vertrag geboren und du auch. So läuft es unter Göttern. Wenn diese Kinder hier doch so viel Liebe bekommen haben, wieso kümmern sich die Eltern denn nicht um sie ? Stattdessen treiben sie es wie...wie Menschen und setzten diese...diese DINGER dann aus. So viel zu deiner Liebe !“ Sie ging. Ich konnte ihr nichts mehr entgegenbringen...ihr erzählen, dass es das Gesetzt...ihr Vater verbot, das diese Kinder bei den Eltern sein durften. Götter dürfen keine Kinder erziehen. Das ist in diesem System nicht vorgesehen.

,,Ich hasse diese Welt....“ Ich schaute auf die Kinder. Kinder ohne Zukunft

...bis es jemand ändern würde.....


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