Happy Birthday Mirrored! - 1 Jahr Geburstag Spezial! -


Vielen Dank für dieses tolle Jahr ! Aus aktuellem Anlass habe ich einen Movie für Mirrored geschrieben !

Sorry falls ich euch enttäusche, aber er hat nichts mit der richtigen Geschichte zu tun. Es ist eine Geschichte, wie Mirrored mit einem männlichen Helden geworden wäre Es sind 12.221 Wörter ! Wahnsinn oder ? Viel Spaß beim lesen !


,,VINCENT !! KOMM SOFORT WIEDER HER !" Ein älterer Mann lief empört aus seinem Haus. Es schneite stark und der Wind wehte ihm ins Gesicht. Seine Stimme war weder besorgt noch hektisch....er schien nur wütend.

Ein junger Mann war auf der anderen Straßenseite zu sehen. Er hatte einen Mantel an, die Kapuze mit weißem Flaum über den Kopf gezogen, seine schwarzen Haare fast bedeckt. Er hatte ein Pflaster auf seiner Wange und schaute traurig in die Richtung, aus der der Mann kam. Dann wurde sein Gesicht wütend. ,,NIEMALS ! Ich weiß sie lebt ! Und deine Neue kannst du dir sonst wohin stecken ! Ich gehe weder ins Internat, noch werde ich mit dir und der Tussi auf neue Familie machen ! Eher sterbe ich" Der ältere Mann war mittlerweile an der Straße angekommen. Nur der Schneesturm und die Straße trennten die beiden. Unaufhörlich tobte der Sturm und der Wind blies stark und laut über den verschneiten Asphalt. Dann hob der Mann seinen Kopf und schaute den Jungen an. ,,Dann stirb...mein Sohn bist du schon lange nicht mehr...Aber mach es wenn richtig ! Sonst schaffst du ja auch nie was." Dann drehte der Mann sich um und ging zurück in die Villa, aus der er gekommen war. An der Tür stand eine Frau mit blonden langen Haaren, sie zog an ihrer Zigarette, rückte ihren Pelz etwas näher an ihren Hals und winkte den Mann herein.

Der junge Mann, der anscheinend Vincent hieß, schaute ihm hinterher. Er biss sich auf die Lippe, biss sie blutete und flüsterte immer wieder ,,dreh dich nochmal um, wenn ich dir was bedeute." Die Frau umarmte den älteren Mann....Vincent flüsterte wieder ,,Dreh dich um, verdammt !" Die Tür schloss sich....der Sturm tobte weiter

Er stapfte durch den Schnee, die Hände in den Taschen. Sein Atem hinterließ eine Spur im Sturm. Seine Schritte waren schwer. ,,Mutter..ich weiß du lebst...wenn du nicht gegangen wärst, wäre Vater....." Er blieb stehen und schaute zum Himmel ,,Ich werde dich finden..." Runde Scheinwerfer blitzen auf. Ein ohrenbetäubendes Hupen war zu hören ! Vincent drehte sich zur Seite, aus der die Laute kamen...direkt vor ihm war auf einmal ein LKW erschienen....es war zum ausweichen zu spät.......

Der weiße Schnee wurde mit Blut bedeckt.....


,,HUH ?" Er schnellte hoch...um sich gleich an den Kopf zu fassen. ,,Wow...AU !" Dann erinnerte er sich. Er schaute sich hektisch um....doch anstatt im Schnee, lag er auf einer Waldlichtung. Die Vögel zwitscherten und die Sonne schien ihm ins Gesicht. Ansonsten...nichts...nur das rauschen des Windes.

,,Agh..verdammt" Er saß und beugte sich unter schmerzen etwas vor. Plötzlich fiel etwas rötliches von seiner Schulter und er erschrak so sehr, dass er aufsprang. Doch dann merkte er...,,WAS ZUM !!!????" Er nahm das "Ding" was eben von seiner Schulter gefallen war in die Hände...es waren...Haare...seine Haare. Er zog sie etwas länger und sah, das seine eben noch kurzen, schwarzen Haare ihm nun bis zur Hüfte gingen und von blond zu rot verliefen. Geschockt und mit großen Augen starrte er die Haare in seinen Händen an. ,,IST DAS EIN SCHERZ ???!!" Er schrie...und für kurze Zeit schien es so, als würde die Erde und der Wald beben.

,,Schrei doch nicht so !" Er schaute sich um. Wo war diese Stimme bloß hergekommen ? ,,Ich bin hier !" Es war eine piepsigen Stimme...die eines kleinen Mädchens...oder einem weiblichen Winzling.... ,,Wie unhöflich !" Plötzlich schwebte etwas vor seinen Augen. Es war eine Kleine Fee mit kurzen, blonden Haaren, die etwas gelockt waren. Sie hatte ihre winzigen Hände in ihre Hüfte gestemmt und schaute ihn empört an. ,,DU redest zu laut ! Das war unhöflich ! Winzling....Weißt du wer ich bin ???" Vincent hob die Hand und stupste die Kleine an. Diese quietschte sofort los ,,SPINNST DU ?????" Dann fühlte Vincent einen kleinen Stromschlag und seine Hand zuckte weg. Die Kleine atmete schwer, ihre große Schleife im Haar verrutscht. ,,Du...DU....DU UNHOLD ! Wie kannst du es wagen ! Nachdem ich 4000 Jahre auf dich gewartet habe ???? So was macht man nicht ! Nicht in deiner Welt und schon gar nicht in dieser !" Vincent schaute sie verwundert an. ,,Meine Welt ? Bin ich tot ? Ich erinnere mich, dass mich dieser LKW erfasst hat und dann...bin ich in diesem Märchenwald aufgewacht." Die kleine legte den Kopf schief. ,,Elkaweeh ? Nein nein...bei uns gibt es nur Reißschweine, Kirschwölfe und Dinos..." Vincent schaute sie verblüfft an. ,,Kirsch..?" Dann fiel ihm der große Schatten auf, der sich auf einmal über ihn, dann über die kleine und schließlich über einen Großteil des Bodens legte. Er drehte sich langsam um, vor ihn stand ein sehr großer...,,D...D...DINOOOO !"

Vincent nahm die Beine in die Hand und rannte. ,,Oh scheiße scheiße scheiße scheiße ! Was das hier für ein Freakverein ???" Und schon war die kleine Fee an seiner Seite. Im Gegensatz zu ihm schien ihr der Dino wenig Sorgen zu bereiten und sie schwebte gelassen neben Vincent her. ,,Freakverein ? Du bist so was von unhöflich ! Und du bist auserwählt, unsere Welt zu retten ?" Vincent schaute sie beim Laufen verblüfft an. ,,Huh ? Nix da ! Ich such meine Mutter...is die hier ?" Doch die Lichtkugel verschränkte die Arme vor ihrem kleinen Körper und schien angestrengt nachzudenken. ,,Kaum zu glauben, dass Freyr Sol, der uns retten soll so ein gemeiner Kerl ist !" ,,Häh ? Freyr was ?? Mein Name ist Vincent ! Vincent....." und weiter ? Sein Name war Vincent de Fyllia, doch wieso wollten ihm diese Worte nicht über die Lippen ? Doch die kleine schüttelte den Kopf. ,,DU bist Freyr Sol und DU wirst unsere Welt retten...also hör auf endlich vor diesem kleinen Ding wegzulaufen und kämpfe, wie es sich für einen Auserwählten gehört !" Vincent wurde es langsam zu viel ! ,,HAU endlich ab ! Ich will damit nix zu tun haben ! Wie soll ich bitte gegen so einen ankommen ?" Die kleine wich geschickt einem Baum aus und flog dann wieder auf Vincent zu ,,Na ! Mit deinen magischen Kräften !" Vincent guckte sie nur blöd und ungläubig an. ,,Magischen Kräften ? Ich ?"

Das kleine Wesen taumelte in der Luft. ,,JA WER SONST ! Fühle in dich hinein !" Vincent überlegte und horchte in sich hinein. Das kleine Wesen schaute ihn gespannt an. ,,Fühlst du es ?" ,,Nö...." ,,Das kann nicht sein !" ,,Wenn ich es dir doch sage !" ,,DANN fühle nochmal !" ,,Gnaa...ich sagte NEIN" ,,und ich DAS KANN NICHT SEIN !"

Beide waren in ihren Streit vertieft, bis sie der Dino mit seinem Gebrüll wieder zu Sinnen holte. ,,Dafür ist jeetzt keine Zeit..." Vincent kratzte sich beim laufen am Kopf und die kleine Fee richtete ihre Frisur. ,,Richtig....Wie ich schon sagte, du bist auserwählt, die Welt zu retten...das ist vorherbestimmt.." Vincent schaute sie nicht an. ,,Und ich sagte dir, das du den falschen hast." Dann blieb er stehen. Vor ihm war ein riesiger Berg...den konnte er nicht mal hochklettern. Er war in einer Sackgasse. ,,Oh...na toll ! DAS hat mir noch gefehlt." Vincent beugte sich runter und stemmte die Hände auf seine Knie. Er atmete schwer und konnte nicht mehr laufen. Selbst wenn da jetzt kein Berg mehr gewesen wäre. ,,Sagen...sagen wir ich hab solche Kräfte...wie aktiver ich die ?" Die Fee schaute ihn verwundert an....,,Du musst die Hand ausstrecken und Leyraya Freyr rufen." Seine Haare rutschten nach vorne, sein Körper erstarrt. ,,So etwas peinliches mache ich nicht ! So was machen nur Mädchen !" Die kleine Fee zuckte mit den Armen und schaute zur Seite, ohne das er es hören konnte flüstere sie: ,,Wenn du wüsstest...Freya hat sich auch so angestellt" (Kleiner Gag am Rande :D Siehe Mirrored Episode 1.)

,,Hähääämm.." Die kleine räusperte sich. ,,Du kannst hier natürlich auch sterben !" Vincent guckte den Dino an, welcher nur mit den Schultern zuckte und ein grunzen von sich gab. ,,BAH ! Okay !!!" Er streckte seine Hand aus und biss sich auf die Lippen Leyraya Freyr !"

In seiner Hand sammelte sich Licht und es kam Wind auf. Die kleine Fee grinste und schnippte mit dem Finger. Nun war er komplett in Licht eingehüllt. Der Wind wedelte das Licht wie Staubpartikel auseinander...und zeigten Vincent, mit erhobener Faust. Sein komplettes Outfit hatte sich verändert. Seine Haare waren zu einem Pferdeschwanz gebunden und seine Kleidung war eher eine Art Rüstung. Aber das wohl imposanteste war seine Faust. Um seine Faust herum war nun eine Art Platte und um diese Platte kreisten kleine Feuerpartikelchen. Wie Flammen loderten sie von seiner Faust empor. Zuerst schaute er erstaunt, langsam nahm er seine andere Hand und berührte die Partikel. Doch sie waren nicht heiß. ,,Das ist nur für dich kalt...oder für diejenigen, denen du es erlaubst. Somit dürfte es für den da wohl ziemlich heiß werden....und nichts zu danken für die Kleidung !" Sie verschränkte die Arme und rümpfte die Nase. Vincent ging einen Schritt auf sie zu und gab ihr einen Kuss. Da sie nun so klein war...war es für sie wohl etwas zu viel. Er grinste Schelmisch. ,,Danke My Lady !" Sie lief rot an und seufzte, während Vincent nun wusste, wie er Frauen...oder Elfen hier rumbekam. Doch was ihn mehr interessierte war im Augenblick der Dino. Er ließ seine Faust in seine andere Hand schnellen. ,,Hey Dino ! Sorry, bin heute echt mit dem falschen Fuß aufgestanden ! Zu dumm dass du mich gerade heute erwischen musstet. Denn ich bin gerade echt sauer auf einen alten Mann und werde dich jetzt als Sandsack benutzen !" Er lächelte wie ein Engel...und schlug dabei seine Fäuste zusammen. Die Metallplatte knallte laut

Die Augen vom Dino wurden groß und er schluckte.....doch Vincent lief schon los und ließ seine Faust auf ihn schnellen.....

Nach 5 Minuten legte sich die Staubwolke und Vincent stand vor der Elfe. ,,Was ist passiert ?" Sie hatte sich wieder sortiert und war nun fragend zu ihm geschwebt. Vincent schaute sie etwas verwundert an und öffnete seine Hand. ,,Tja..naja...er ist irgendwie...klein geworden" In seinen Hand lag ein kleiner, rosaner Ball. Er bewegte sich und schaute Vincent dann an. Er erfror...da waren wirklich zwei kleine Knopfaugen, die ihn rot an funkelten. ,,Myui“ ...nun Sprach das keine Wesen anscheinend auch noch. Es hatte zwei Ohren und einen Puschelschwanz, aus dem ein länglicher Schwanz kam. Und auf seinen Rücken hatte es zwei kleine Flügelchen. Alles im allem war es einfach nur....,,Flauschig..:" Vincent sah das kleine Tier an, was nun fröhlich um ihn herum kreiste. ,,Was ist dieses Ding ?" Er deutete auf das rosane Wesen, welches immer noch seine Runden drehte, doch die Fee zuckte nur mit den Schultern.

,,Naja..das war jetzt echt..." Vincent stemmte abermals die Hände in die Knie und Atmete schwer. Das war echt alles sehr anstrengend hier. Plötzlich wehte der Wind ziemlich stark und alles wurde still. Als wenn die Zeit eingefroren war, blieb jeder in seiner Bewegung stehen. Vincent schaute sich um und stupste die kleine Fee an. Dann wurde es vor ihm hell und er hob schützend die Arme vor sein Gesicht, dabei kniff er die Augen zusammen. ,,WER bist du ?" Immer noch vom Licht geblendet, versuchte Vincent seine Augen zu öffnen, doch vergebens. Dann hörte er eine liebliche, ihm allzu bekannte und vertraute Stimme. ,,Freyr..mein ...Sohn" Vincents Muskeln verkrampften sich, sein Gesicht starr und seine Augen aufgerissen. ,,Ma...Mama ?"


Was Vincent nicht sah war eine Lichtkugel und in ihr eine wunderschöne Frau. Ihre Haare hatten den selben Verlauf von seiner neuen Haarpracht..von Blond über leichtes orange zu einem rot und schließlich zu einem weichen Weinrot. Sie lächelte, ihre Haare und ihre Tücher die um ihren Körper gewickelt waren wehten im Wind. Sie streckte eine Hand aus und zeigte auf ihn. ,,Du musstest viel durchmachen ! Und dafür entschuldige ich mich. Aber diese Welt braucht uns abermals" Vincent stockte. ,,Was meinst du ?? Was ist hier los ? Wieso bist du weggegangen ?"

Die Frau schaute traurig zu Boden. ,,Der Göttervater Judicar wurde vor langer Zeit getötet...aber nicht zerstört. Eine Böse Macht will ihn wiederbeleben. Aus diesem Grund bin ich wieder hierher gekommen....um diese Welt zu beschützen." Vincent wurde wütend und nahm seine Hände weg. Ihm war das blendende Licht egal. Er versuchte mit aller Kraft, seine Augen zu öffnen. ,,UND WAS IST MIT MIR ??"

Die Frau schaute ihn traurig an...dann kamen ihr die Tränen hoch und rollten schließlich über ihre Wangen. Wie Diamanten fielen sie zu Boden, bis sie schließlich in der Erde versanken und an ihrer statt Blumen aus der Erde rankten. Vincent schaute fassungslos die Blumen an. Dann erklang wieder die Stimme der Frau. ,,Ich bin in dieser Welt...im Universum eine Göttin...und manchen Pflichten kann man nicht entkommen...Ich muss es zu Ende bringen. Und das du, mein Sohn, hier bist, zeigt dass mein Weg richtig war." Vincent knirschte mit den Zähnen. ,,Für was immer du deine Familie...MICH, aufgegeben hast....ich werde DIR nicht helfen !! Was auch immer du tun musst ! Wenn es so wichtig war deine Familie zu verlassen, dann schaffst du es auch ohne uns." Die Augen der Frau weiteten sich, dann kamen noch mehr Tränen aus ihnen. ,,Vin...Vincent !" Vincent funkelte sie böse an. Zum ersten mal konnte er sie sehen...zum ersten mal blendete ihn nicht das Licht.

,,Freyr...Sol...." Die Frau schaute ihn fragend an. ,,Uhm..wie bitte ?" Vincents Stimme wurde deutlicher. ,,Mein Name ist Freyr Sol !"

Die Frau schnappte kurz nach Luft, dann senkte sie den Blick, einen Arm den anderen greifend. ,,Vin.....Freyr...du bist mein Sohn...und auch wenn du ein...., aber mit dem allen hast du nichts zu tun....Ich war froh dich wiederzusehen...aber suche nicht nach mir ! Ich liebe dich..."

Mit diesen Worten löse sie sich langsam auf und Freyr konnte nichts tun...nichts sagen, sich nicht bewegen, einfach nichts. Nach einer gefühlten Ewigkeit knickten seine Beine ein und er donnerte auf seine Knie. Seine Unterlippe war aufgeplatzt und blutete leicht. Er hatte sich vor Wut drauf gebissen. ,,Verdammt..:" Er hämmerte mit seiner Faust auf den Boden. ,,VERDAMMT!" Wieder hämmerte er auf die Erde ein und dieses mal gab sie nach. Dort wo seine Fäuste getroffen hatten, lagen 2 tiefe Löcher. Doch ihn interessierte es nicht. ,,Wieso...will mich nie einer haben ?" Die kleine Fee schwebte stumm neben ihm und das rosa Wollknäuel tätschelte ihn am Knie. Es schaute mit weinerlichen Augen zu ihm hoch. ,,Miyu...."

Vincent stand nach einer Weile auf, wischte sich mit dem Ärmel über sein Gesicht und schaute dann auf. Sein Blick war entschlossen. ,,SO Lichtkugel ! Ich bin auserwählt ? Nachdem ich nun weiß, dass meine Mutter hier ist, glaube ich dir das sogar. Was muss ich tun ?" Die kleine Elfe verschränkte ihre Arme vor ihrer Brust. ,,Bist du in Ordnung ? Nimmst du nun das, was ich zu dir gesagt habe ernst ?" Vincents Blick blieb unverändert...dann schaute er die kleine Fee an und lächelte. Sie lief rot an und schaute etwas weg. Dann sprach Vincent und seine Stimme war ungewohnt sanft. ,,Nun...ich schwöre, dass ich nun neu anfange...und ich werde nie wieder heulen oder Schwäche zeigen...Ich bin anscheinend der Sohn einer Göttin..." Die kleine Elfe schaute ihn musternd und skeptisch an. ,,Du glaubst mir also nun bezüglich der Magie ?" Vincent lächelte. ,,Ich glaube dir." ,,Du glaubst also, dass du unsere Welt rettest ?" ,,Ich glaube dir" Keine Sekunde wich sein Lächeln von seinen Lippen. Dann seufzte die kleine Elfe ,,Fein...als erstes musst du zur Schule" Sie bereitete sich schon darauf vor, dass der Junge vor iihrwieder WAAAS schreien würde. Doch es blieb aus. Stattdessen lächelte er und nickte. Ihr wurde mulmig zumute. Sperrte der Junge gerade sein altes Selbst weg ? Aber sie konnte ihn nicht aufhalten oder belehren...wer war sie schon.

Sie schnippte und ein Lichtstrahl umgab Vincent. Dann stand er vor ihr. Seine Haare säuberlich zu einem Zopf gebunden, eine Schuluniform, wie für ihn Maße schneidert und er lächelte wie ein Prinz. Sie guckte ihn verdattert an. Na wenn da die Mädels nicht alle schwach werden würden... Dann hob sie zögerlich ihre Stimme. ,,Wie...heißt du ?"

Er lächelte sie an. Er wusste, es war ein falsches Lächeln....aber hier würde er alles richtig machen. ,,Freyr Sol !"


,,Komm schon bitte ! Du kannst das doch !" Freyr's Stimme klang flehend. Er ging den Wald entlang, neben ihm schwebte die kleine Fee und auf seiner Schulter saß das Rosane Wollkneul. ,,HMPF ! Ich arbeite nicht für dich ! Frag doch das flauschi da für dich !" Freyr schaute auf seine Schulter. ,,Das da ?" Er tippte das kleine Wollknäuel an und es fiepste vergnügt. ,,Miyuuuu" Freyr schaute irritiert zur Seite und die Fee vorwurfsvoll an. ,,Das sagt ja nichts anderes außer Miyu...." Die Fee zuckte mit den Schultern. ,,Sie kann halt noch nichts, weil du ihr nichts beigebracht hast." Freyr schaute das kleine Ding fragend an. ,,Sie ?" ,,Naja...es ist pink...." Stille zwischen den beiden, nur Miyu quietschte freudig vor sich her.

,,Naja egal...wenigstens haben wir nun einen Namen für sie." Freyr hob Miyu auf seinen Kopf und es quietschte vergnügt. Dann drehte er sich wieder zur Fee. ,,Soo..und nun zu unserem eigentlichen Thema. Ich hätte gerne einen Koffer mit Kleidung..." Die kleine Lichtkugel sträubten sich die Haare zu Berge. ,, GRR ich sag es nicht nochmal ! Ich bin weder dein Diener noch deine persönliche Schneiderin !" Freyr schaute sie mit großen Augen an. ,,Aber du bist alles was ich hier habe! Soll ich mich etwas bei der Direktorin vorstellen und an ihre Schule wollen, ohne Kleidung ? Oder Hab und Gut ? Das wäre wirklich sehr verdächtig !" Die Kleine wurde beinahe schwach...doch dann war Freyr auf einmal weg. ,,F..Freyr ???" Wie vom Erdboden verschlungen war er weg und die Lichtkugel flog suchend von links nach rechts. Dann hört sie ein Stöhnen. ,,Au..verdammt..." Die Lichtkugel schaute sich abermals um...und schaute dann nach unten. Dort war ein kleiner Abhang. Hoch genug, um von unten nicht hoch zu kommen aber niedrig genug, um von oben (wenn man fällt) sich nicht ernsthaft zu verletzen. Die kleine Lichtkugel schwebte ihm hinterher. ,,Alles in Ordnung ?" Staub war aufgewirbelt und seine Kleidung voller Erde. Er hatte die Augen zusammengekniffen, hustete und klopfte sich die Sachen ab. ,,Ja *hust hust* Alles o.k" Er drehte sich in die Richtung, aus der die Stimme gekommen war. ,,Ah..verdammt..ich hab Staub in den Augen" Er wollte sich die Augen mit den Händen reiben, doch er wurde davon abgehalten. Sanft hatte sich eine Hand auf seine gelegt und verwundert hob er den Kopf. ,,ich wusste gar nicht, dass du auch groß werden kannst ?" Er hörte ein zaghaftes schmunzeln und dann fühlte er ein Tuch über seinen Augen. Nach einer Weile, in dem ihm die Augen gerieben wurden, wurde das Tuch entfernt und er konnte seine Augen wieder öffnen. ,,Besser ?"

Doch da stand nicht die groß gewordene Lichtkugel vor ihm....Er sah in die Augen von einem Mädchen. Seine Augen wurden größer. Sie hatte lange, gewellte Haare die von Blond zu Rot verliefen, sie waren leicht gewellt und ihre Augen waren lavendelfarben. In der Sonne strahlten sie, wobei Freyr sich nicht sicher war, ob dass nun wegen seiner tränenden Augen kam oder eine Illusion war. ,,Du..." Das Mädchen lächelte....und genau in diesem Moment wurde seine Welt rosa ! Dieses Lächeln von ihr...diese Augen...die Femininen Züge ihres Körpers....Der die gleiche Schuluniform an hatte wie Freyr. Er wurde aus seien Träumen gerissen und das Mädchen schaute ihn fragend an. ,,Bist du der neue ?" Freyr nickte, dann erinnerte er sich wieder an seinen Vorsatz ..//Hier wird alles anders laufen !//

Er räusperte und kniete sich hin. Er nahm ihre Hand und küsste sie. Die Zeit blieb stehen zu bleiben. Nur der Wind, der leise durch die Bäume, ihre Haare und Kleidung. Das Mädchen hob ihre freie Hand zu ihrem Mund und ihre Wangen liefen rosa an. Sie blinzelte mit den Augen. Freyr schaute zu ihr auf, lächelte und stand dann vor ihr. ,,Mein Name ist Freyr Sol...Ich würde hier gerne...studieren" Den letzten Teil seines Satzes hatte er etwas häufig rüber gebracht, aber ihm war kein anderes Wort eingefallen. Das Mädchen kicherte etwas. Aber es war nicht überheblich oder böswillig...es war einfach und ehrlich. Sie lächelte. ,,Dann sollten wir zuerst deine Uniform sauber machen.." Sie kicherte und Freyr realisierte, dass seine Kleidung mit Dreck bedeckt war. Er kratzte sich verlegen am Kopf. ,,Ja, du hast recht." Das Mädchen drehte sich um. ,,Komm..zuerst sollte sich die Ärztin dich mal untersuchen." Freyr ging hinter ihr her. ,,Oh mir geht es gut..Dank dir ! Dankeschön". Das Mädchen blieb verwundert stehen und hatte sich zu ihm umgedreht. Ihre Wangen gerötet. Freyr lächelte. ,,Darf ich erfahren wie du heißt ?" Das Mädchen schaute sich unschlüssig und etwas panisch um. Dann wurde sie wieder etwas rot und flüsterte leise: ,,Juna le Touw..."

,,Was bringst du mir denn für nen Dreckspatz ?" Der Zigarettenqualm tat in seinen Augen weh, doch Freyr versuchte so gut es ging zu lächeln. ,,Vielen Dank" Die Ärztin schaute ihn verblüfft an, stemmte die Hände in die Hüften und pustete abermals Qualm aus ihrer Zigarette. Sie war komisch und könnte wohl einem Manga entsprungen sein. Schwarze Lackschuhe, Schwarze Strümpfe, die ihr bis zur Wade reichten, einen SEHR kurzen Rock, eine Bluse, von der die ersten 3 von 5 Knöpfen offen war, darunter rein Top, über dem ganzen einen langen, weißen Kittel, eine Zigarette im Mund und kurze, blaue Haare. Sie schaute über den Rand ihrer Brille hinweg und mustertte Freyr. ,,Wie heißt du ?" ,,Freyr Sol Madam !" Sie musterte ihn, dann hatte er einen Klaps sitzen. Irritiert hielt er sich den Hinterkopf und sie brüllte ihn an. ,,Nennst du mich noch einmal Madam kannst du deine Körperteile als Anatomie-Puppen-Ersatzteillager vorstellen ! IST DAS KLAR !" Freyr schrack innerlich zurück, sein Körper jedoch bewegte sich nicht. Stattdessen verbeugte er sich. ,,Ja, Verzeihen Sie Sir" Juna schaute ihn verblüfft an und auch die Ärztin schaute benommen.....ihr Mundwinkel zuckte und von ihrer Zigarette fiel etwas Asche auf den Boden...

,,Huh ? Aber wo ist denn der Junge ?" Die Direktorin, Miss Lelou war auf die Krankenstation geeilt. Als Juna und Freyr bei der Station ankamen, hatte die Ärztin per Telefon bescheid gesagt, dass ein neuer Schüler angekommen sei. Die Ärztin, Maritha Lef, saß gelassen in ihrem Stuhl und...rauchte eine. Miss Lelou stand vor ihr und schaute sie geschockt an. ,,Hast du wieder ein Eichhörnchen seziert ? Wieso ist dein Kittel blutig ?" Maritha machte sich mit einem Skalpell gerade die Nägel als ein stöhnen zu hören war. Miss Lelou schaute zum Krankenbett und sah den halb toten Freyr darauf liegen. Neben ihm Juna, die mit ihrem Taschentuch seine Stirn abtupfte.

Miss Lelouo räusperte sich. ,,Nun..dein Name ist Freyr Sol ?" Sie waren in dem Büro der Direktorin. Freyr saß auf einer pinken Wolke. Vor ihm stand ein Schreibtisch aus Wolken und hinter diesem saß Miss Lelou. ,,Wieso bist du hierher gekommen ?" Sie lächelte, doch dahinter spürte Freyr nichts als Anspannung. Irgendetwas ging hier vor.

Er nickte. ,,Ja, mein Name ist Freyr Sol und ich würde gerne an dieser Schule Magie studieren." Miss Lelou hob eine Augenbraue. Die Lichtkugel hatte Freyr gesagt, er solle seine Magie ausbauen, wenn er die Welt retten wollte. Für ihn klang das alles viel zu komisch, aber hatte er eine anderen Wahl ?

Miss Lelou erhob wieder das Wort. ,,Und..du kannst Magie benutzen ?" Freyr nickte, dann hob er seine Hand an seine Brust. ,,Ja...meine Fäuste" Miss Lelou schien ihn etwas verwundert anzusehen. ,,Deine Fäuste ?" Die kleine Lichtkugel, die mit ins Büro gekommen war, flog quietschend umher. ,,UND WIE ! Sie hätten ihn mal sehen sollen, als er den Dino zu seinem Tier gemacht hat ! Und seine Flammen aus den Händen ! UND nicht zu vergessen seine genialen Klamotten....." Während die Lichtkugel schmachtete, sah Miss Lelou Freyr Rastlos an. ,,Dino ?" Freyr tippte in seine Brusttasche, welche an seinem Jackett befestigt war. Das Lilafarbene Tuch wackelte und plötzlich steckte das kleine Rosane Wesen seinen Kopf aus ihr heraus. ,,Miyu !" Die Direktorin nahm das kleine Wesen in ihre Hände. ,,DU...DU hast dir ein Dienermonster erschaffen ohne Magie zu können ?" Freyr zuckte innerlich mit den Schultern, doch äußerlich ließ er sich nichts anmerken. Er lächelte und nickte. ,,Einer der Gründe, wieso ich hier Magie stu..." Doch Miss Lelou unterbrach ihn. ,,Jajaja..paperlapapp...FFFTTTT !!!" Sie Pfiff in ihre Finger und schon entstand oben in der Decke ein Loch. Ein kleiner Roboter, kugelrund, mit einem Auge und nur einem Arm kam aus ihm herunter und fiepste die Direktorin an. Diese schaute wiederum den Roboter an. ,,Sonde Ioo10 ! Bitte führe den Magietest mit diesem jungen Mann durch." Wieder fiepste der Roboter, drehte sich zu Freyr um und schwebte zu ihm. Freyr unterdrückte den Impuls, einfach davonzulaufen, doch seine Handflächen wurden schwitzig. Der Roboter hob seinen Arm und deutete auf den Ärmel von Freyr Jacke. Dieser wiederum schaute ihn nur verblüfft an. ,,Er will dass du sie ausziehst, er brauch deinen Arm."

,,OH ! Achso" Hecktisch, seine Nervosität nicht mehr unterdrücken könnend stand Freyr auf und zog sich sein Jackett aus. Dann kremeplte er auch gleich sein Hemd hoch. Sogleich kam aus dem Roboter ein kleiner Schlauch, der Freyr in den Arm pikste. ,,M..Muss das so ?" Die Direktorin, nur noch an Miyu interessiert, nickte, lachte aber herzhaft. nach wenigen Minuten fing der Roboter jedoch an, rot zu blinken. ,,Warnung, Warnung..System überlastet..." ,,Wie bitte ?" Die Direktorin ließ Miyu los, sprintete zu der Robotersonde und nahm sie in die Hand. Auf dem Display wurde ein Wert angegeben und die Direktorin schluckte. ,,Sofort abbrechen !" Der kleine Schlauch löste sich von Freyrs Arm und das piepen und blinken hörte augenblicklich auf...doch der Roboter fing an zu qualmen und in seinem Auge wurde ein großes X angezeigt. ,,Uhm....was..ist passiert ?" Die Direktorin stand mit dem Rücken zu Freyr und antwortete nicht auf seine Frage. Stattdessen schwebte ein Schlüssel zu ihm. ,,Dein Zimmer ist im Westflügel....du bist angenommen." Freyr wusste nicht, wie ihm geschah, stand auf, verbeugte sich und ging jedoch, ohne noch etwas zu fragen. Miss Lelou drückte auf einen Knopf und Minuten später kam die Ärztin, Maritha, ins Zimmer stolziert. ,,Wasn ?" Miss Lelou stand immer noch wie angewurzelt auf der Stelle. ,,Matt....Was ist die höchste Magie-menge, die jemals gemessen wurde ?" Verblüfft über die Frage schaute Maritha aus der Wäsche, nahm ihre Zigarette aus dem Mund und atmete aus. ,,Hm...wenn mich nicht alles täuscht war das die Bratze Vermär vom hohen Rat...Magiedichte 95% Magiemenge um die 25.266 ...normale Menschen besitzen eine Dichte von 70 % und 6.000 Menge..." Miss Lelou ging um ihren Tisch und setzte sich auf ihren Stuhl. Erst jetzt konnte man ihr blasses Gesicht sehen und Maritha kniff die Augen zu. ,,Shiho...was ist los ?" Miss Lelou brabbelte etwas, doch man konnte sie nicht genau verstehen. Maritha wurde ungeduldig. ,,Shizuka Lelou ! Sagst du mir jetzt was los ist, oder muss ich es aus dir heraus prügeln.?" Die Direktorin starrte Maritha an. ,,Dichte 99%...Magiemenge 52.000...steigend, dann hat das System der Drohne versagt."Maritha fiel die Zigarette aus dem Mund. ,,Das kann nicht sein !!! Meine Drohne können nicht ....!" Sie schaute nach links zu der Drohne, die immer noch qualmend auf dem Fußboden lag. ,,Ist das dein ernst ?" Miss Lelou nickte, dann faltete sie die Hände zusammen, stützte sich mit den Ellenbogen auf den Schreibtisch und ihr Gesicht auf ihren Händen ab. ,,Die Prophezeiung !"

,,Oh ! Geht es dir besser ?" Freyr war aus dem großen Gebäude gegangen. Eigentlich war sein Ziel der Westflügel...aber nun ja...er war nicht gerade begabt mit Richtungen. Allerdings war es hier ein Wunder, wenn sich jemand nicht verirrte. Vor ihm stand nun das Mädchen, welches ihn auch schon zur Krankenstation gebracht hatte. ,,Miss Le Touw !" Er lächelte sie an. Sie wurde auf der Stelle rot und schüttelte vehement ihren Kopf und ihre Hände. ,,OH ! nein nein nein nein !!! Bitte..nennen sie mich Juna !" Freyr grinste und trat einen Schritt näher auf sie zu. ,,Nur wenn du mich Freyr nennst..." Juna lief rot an und schaute verlegen zur Seite, nickte aber. ,,Wunderbar.." Freyr lächelte und Juna schaute ihn aus dem Augenwinkel an. ,,VORSICHT !"

Hinter Juna, Freyr konnte es genau sehen, raste ein Ball auf die beiden zu. Mitschüler hatten sie noch versucht zu warnen, doch sie konnten den Ball nicht mehr stoppen. Freyr reagierte Blitzschnell. Er zog Juna in seine Arme und stoppte den Ball mit seiner freien Hand. Er ließ den Blick nicht eine Sekunde von Juna los. Der Ball drehte sich noch etwas in seiner Handfläche, bis er schließlich stoppte und Freyr hielt ihn in seiner Hand. Seine Haare wehten leicht im Wind....es hätten nur noch die Rosenblätter gefehlt.

Juna hielt sich zaghaft an seinem Jackett fest und lief etwas rot an. ,,Uhm..." Freyr lächelte. ,,Hauptsache dir geht es gut !" Sie nickte verlegen, ihr Kopf nun hoch rot. Äußerlich hab Freyr sich total cool..innerlich staunte er über jede Mimik von diesem Mädchen...und außerdem tat seine Hand weh.

Freyr schmiss den Ball wieder zu den Jungs und diese Entschuldigten sich. Juna hatte er wieder normal hingestellt und sie schaute ihn besorgt an. ,,Alles okay ?" Freyr legte seine Hand auf die, die den Ball gehalten hatte und schaute nach unten. Nach einem kurzen Moment grinste er Juna aber an. ,,Sicher !" Juna zerknautschte verlegen ihren Rock. ,,Uhm..soll ich...ich meine darf ich...." Freyr schaute sie zuerst verwundert an, dann lächelte er. ,,Was hatten wir vorhin gesagt ?" Juna wurde noch röter (Freyr hatte bezweifelt das es ging) und schaute verlegen zur Seite. Nun brachte sie gar kein Wort mehr hervor. ,,Könntest du mir die Schule zeigen ?" Verwundert, dann lachend wandte sie sich wieder zu Freyr. ,,NATÜRLICH !"
Über diese Überschwängliche Antwort musste Freyr schmunzeln.

Beide gingen zuerst auf den großen Platz vor den Treppen der Schule und sofort fing Juna an, zu erklären. ,,Das ist unser großer Sport und Sammelplatz. Hier halten die Lehrer Ansprachen und so weiter. Einmal im Monat gibt es eine Rede von der Direktorin. Er ist größer als andere Sportplätze, weil meisten mehrere Klassen auf ihn sind." Freyr nickte und lächelte interessiert. Wenn man ihn so sah war er ein stattlicher, junger Mann der wusste, wie man sich benahm und ein umwerfenden lächeln hatte. Innerlich...gähnte er.

Sie führte ihn weiter. Links vom Sportplatz gelegen, waren die Mensa und Krankenstation (Freyr war nicht scharf, da jemals wieder hin zu gehen). Juna lächelte ihn an. ,,Naja auf hier gegenüber liegen unser Schwimmbad und der Basketball platz. Das Schwimmbad hat einen Indoor und einen Outdoor Bereich und wird durch Magie warmgehalten." Freyr schaute in die Richtung, in die Juna gezeigt hatte...und bemerkte auf einmal eine Hand an seinem Ärmel. ,,Huh ?" Er schaute an sich hinunter und sah ein Mädchen, das an seinem Ärmel zog. Hinter ihm standen noch mehr Mädchen. Verlegen schaute sie ihn an. ,,Uhm...da..darf ich erfahren, wie dein Name ist ?" Das Mädchen wurde noch röter, als Freyr sie direkt ansah. Er setzte ein lächeln auf.

Innerlich verabscheute er das Mädchen schon jetzt. //So typisch...sobald ein Junge etwas mehr her macht und er immer lächelt kommen sie wie die Fliegen....Die Wissen nichts von mir und trotzdem himmeln sie mich an....Mädchen sind wirklich oberflächlich// ,,Oh...mein Name ist Freyr Sol. Es freut mich dich kennen zu lernen ! Ich bin neu hier auf der Schule." Er machte einen höflichen Knicks. Das Mädchen wurde noch röter und kippte fast um. Ihre Freundinnen hielten sie fest. Sie kicherten und gackerten aufgeregt und Freyr lächelte //Ich hasse diese Mädchen//


,,Puuuhhh...." Freyr atmete schwer aus. Was war passiert ? Juna hatte sich merkwürdig verhalten und den Mädchen eine Predigt gehalten. Wie sie Freyr an seinem ersten Tag so belagern können und wieso sie ihm so nahe kamen. Danach hatte sie ihn weggezogen und weiter durch die Schule geführt. Zum Schluss, und es war schon Abend, hatte sie ihn endlich sein Zimmer gezeigt. Es war nicht eingerichtet und er war verblüfft, dass er es mit seinen Gedanken machen konnte...aber er sparte sich das lieber auf. Er war durch das Wohnheim geschlendert, sein Bett und Zimmer lockte ihn nicht wirklich....zuerst wollte er sich sortieren...alleine und in ruhe...

Er öffnete die Tür zu dem Dach des Wohnheimes. Ein Schild vor den letzten Treppen sagte zwar, Zutritt verboten, aber seit wann scherte ihn so was ? Vincent scherte es jedenfalls nicht. Er atmete tief ein und dann aus. Die Kühle Abendluft tat gut und seine Muskeln entspannten sich etwas. Mit einigen Schritten war er auf dem Dach und sah vor sich 2 Große Wassertanks. Natürlich war das ideal, er konnte sich hinter ihnen verstecken. Er tat hinter sie und lehnte sich auf das Geländer. ,,Wow..." Die Untergehende Sonne strahlte mit letzter Kraft über den Horizont. Es sah fast so aus, als wolle sie nicht untergehen und reckte sich nach oben. Das Land war weit und flach, so konnte Freyr sehr weit schauen und dank dessen, dass die Schule weit oben gelegen und das Wohnheim ziemlich hoch war, war die Aussicht einfach atemberaubend.

,,Hätte ja nicht gedacht, dass Herr Saubermann schon am ersten Tag ein Verbot bricht..." Freyr schaute etwas erschrocken auf und nach rechts. Neben ihm, ein Stück weiter entfernt, stand ein Mädchen am Geländer. Sie hatte die Arme auf dem Zaun, ihren Kopf auf diese abgestützt, sodass sie förmlich mit dem Oberkörper auf dem Geländer lag. Sie hatte mit der einen Hand ihre sehr langen, pechschwarzen Haare nach hinten gehalten und schaute ihn an. Ihre Schuluniform schien etwas anders...vielleicht lag es am Gürtel und an den, bis zu den Oberschenkeln,hochgezogenen Strümpfen, an den hohen schwarzen lack- Schuhen oder an der sehr femininen Schminke....ihre Roten Lippen funkelten in der Sonne, als wären Diamanten auf ihnen.

Freyr lächelte etwas verkrampft. ,,Bitte entschuldige....ich dachte einfach aufgrund des Verbots kommt hier niemand her und ich möchte wirklich allein sein." Das Mädchen musterte ihn kurz,dann stieß sie sich vom Geländer ab, fuhr sich mit der Hand durch ihr Haar und lächelte ihn an. Es war still und keiner der beiden machte Anstalten, etwas zu sagen. Mittlerweile war die Sonne untergegangen und es wurde immer dunkler. Doch etwas störte Freyr. Hatte sie ihn...Saubermann genannt ? Er erhob das Wort. ,,Du nanntest mich Saubermann ?" Er schaute sie an...sie schaute ihn an...er lächelte...und dann kam sie ihm noch näher. Freyr zuckte etwas mit dem Kopf, denn auf einmal stand sie direkt vor ihm.

Sie legte ihre Arme um seinen Hals. ,,Hm...habe ich das ?" Freyr war innerlich richtig nervös. Von nahem war sie sogar noch schöner. ,,Ja..hast du..." Freyr war erstaunt, wie ruhig seine Stimme sich anhörte. Anscheinend war es ihm in diesem Körper möglich, sich selbst zu beherrschen. Sie schloss etwas die Augen und schaute auf seine Lippen. ,,Die meisten Mädchen himmeln dich an....nach nur einem Tag, ist das nicht etwas...töricht ? Man sollte sich...eher erst einmal besser kennenlernen...." Sie schmiegte sich an ihn und er spürte ihre Brüste gegen seinen Oberkörper pressen. //S...SCHEIßE...// Freyr schluckte...

,,Das machst du mit jedem so, oder ?" Ihre Augen weiteten sich und sie schaute ihn fragend an. Doch er erwiderte ihren Blick. Er war kein bisschen mehr aufgeregt. ,,Schlimmer als die Mädchen, die jemanden einfach ohne Grund anhimmeln sind diejenigen, die denken sie könnten jeden haben wenn sie mit ihren Brüsten wackeln." Das Mädchen ging ein paar Schritte zurück. ,,Wa..WAS ?" Doch Freyr schaute sie nur an teilnahmslos an. ,,So was nenn ich, charakterlos..." Er drehte sich auf den Absatz um und war schon in Richtung Tür aufgebrochen, als das Mädchen hinter ihm her rief. ,,W..was bildest du dir ein ?" Freyr blieb stehen und drehte sich um, sein Blick kalt wie Eis. ,,Die frage ist eher, was bildest du dir ein ? Urteils über andere, presst deine Brüste an mich...denkst du so würde ich dich geil finden ? Das du mich scharf machst ? Das einzige was du mir dadurch klar machst ist, wie billig du bist." Das Mädchen ballte die Hand zu einer Faust. ,,W...Wie kannst du es wagen ? Weißt du überhaupt, mit wem du redest ?" Freyr schaute sie nur an und zuckte dann mit den Schultern. Ihm war klar was hier los war...er war genau so, wie er immer war..wie Vincent war..und was er hier ändern wollte. Aber er konnte nicht mehr das was er dachte durch ein süßes Lächeln überspielen. ,,Und selbst wenn du hier die Chefin wärst....ich würde dir trotzdem meine Meinung sagen. Dein Problem wenn du damit nicht leben kannst." Das Mädchen wurde knallrot....vor Wut.

,,Ich bin Kaithy Fonte ! Und....und für so was wie dich..." Doch dann stockte sie. Sie sah den Jungen vor ihr an....und er war auch zu ihr Gewand, aber er lächelte....doch dieses mal war es nur ein trauriges. Nach einer Weile hörten sie eine Stimme. ,,Kaithy ! Wo bist du ?" Wie aus einer Trance gerissen löste Freyr seine Starre Haltung und drehte sich um. Er ließ Kaithy stehen und ging Richtung Ausgang. Ein Mädchen kam um die Ecke und stieß mit ihm zusammen, doch er ignorierte das und huschte runter. Das Mädchen was gerade hochgekommen war, schaute erschrocken in Freyrs Richtung und hob die Hände an ihren Oberkörper. ,,War das nicht Freyr ?" Das Mädchen, Juna, drehte sich zu Kaithy um. ,,War er doch, oder ?" Kaithy schaute zuerst immer noch in die Richtung, die die Freyr gegangen war, dann löste sie sich aus der Starre und schaute Juna an. ,,Kaithy ! Was ist los ?" Kaithy hatte es nicht bemerkt, doch ihr liefen Tränen über ihre Wangen. ,,Was zum....?!" Sie fasste sich mit einer Hand an die Tränen und wischte sie weg. Juna schaute sie besorgt an. ,,Alles in Ordnung ?" Kaithy nickte nur benommen. Juna legte den Arm um die Schultern ihrer Freundin und schob sie zur Tür. ,,Komm...Miss Chan wird gleich die Zimmer kontrollieren. Wenn du wieder nicht da bist, müssen wir beide Nachsitzen !" Ohne Wiederworte ließ sich Kaithy vom Dach schieben.

,,Oh, vielen Dank !" Er lächelte. Und um ihn herum erschienen Sterne, Seifenblasen und vielleicht sogar Engelchen. Freyr lächelte das Mädchen an, welches ihm gerade eine Tüte voller Kekse gegeben hatte. Es war eine Woche vergangen, seitdem er in dieser komische Welt angekommen war. Er hatte sich eingelebt. Nicht das es ihn sonderlich schwer gefallen war, er musste nur lächeln, sanft sein und viel Geduld haben. Alles Eigenschaften, die er als Vincent nie gehabt hatte, doch hier schienen sie ihm außergewöhnlich leicht zu fallen.


,,Hey ! Sol !" Die Mädchentraube löste sich zu den Seiten auf und ein Junge kam zum Vorschein. ,,Ich dachte mir, wir gehen zusammen ?" Der unbekannte zog einen anderen mit sich her. Es waren Meitani und Filuno, sie saßen neben Freyr in der Klasse und hatten sich seiner angenommen....aus eigenem Antrieb. Er empfand die beiden manchmal sogar als lästig. Während Meitani nur am schwatzen darüber war, wie er später einmal aussehen würde und was er alles aus sich machen könne, war Filuno nur am pennen...oder am essen. Beide hatten weder die ideale Figur (Meitani war für einen Jungen ziemlich klein und zierlich..er wurde oft als Mädchen verwechselt und Filuno war etwas rundlicher...etwas...), aber dafür war es ihr Charakter umso mehr. Aus diesem Grund konnte Freyr sie auch einfach nicht ablehnen. Er lächelte ,,Hey ! Klar !"

,,Und ? Schon einen Ort gefunden ?" Meitani ließ ein Kaugummi zerplatzen. Er sprach von einem Raum, den Freyr suchte. Er musste nämlich einiges abarbeiten und nachholen, denn er war für die anderen ja mitten im Schuljahr gewechselt. Das er nichts nachholen, sondern alles erlernen musste, davon erzählte er nichts, wie hätte er auch können ? Mit der Geschichte und den anderen Fächern war es kein Problem. ER konnte in die Bibliothek und dort in (mehr oder weniger) Ruhe die Bücher lesen. Und wenn es doch mal zu kreischend wurde und er die "Fans" nicht mit einem lächeln beruhigen konnte, dann hatte er immer noch Shina Montessa auf seiner Seite. Sie war ein schüchternes Mädchen und obwohl ihre Eltern zu einer angesehenen Familie gehörten war sie nicht eitel. Das erste mal als Freyr sie traf, hatte er ihre Haare bewundert. <-BESCREIBUNG HIER->Sie war rot angelaufen und Freyr fand das unheimlich süß. Seitdem gab er ihr immer wenn er kam ein paar Süßigkeiten. Dafür durfte er Bücher mitnehmen.

,,Also noch nicht ?" Freyr wurde aus seinen Gedanken gerissen. ,,Was ? Oh..nein entschuldige...Es ist früh am Morgen und ich habe niedrigen Blutdruck...bin noch nicht ganz auf der Höhe." ,,Da hilft joggfen !" Beide Jungs, Freyr und Meitani schauten zu Filuno, der sich fröhlich weiter Chips rein stopfte. ,,Alter...als wenn du wüsstest was das wäre ! Außerdem..sollen diejenigen, die niedrigen Blutdruck haben nicht eher ruhig bleiben ? Wobei....es würde den Mädchen bestimmt imponieren, wenn du früh morgens verschwitzt um die Wohnheime rennst....stell es dir vor ! Eine Geheimnisvolle Schönheit auf dem Balkon....Nebel...Tau auf den Blätter...alles was sie hört sind der Wind und deine Fußschritte, die auf den Asphalt prallen...sie hört dich..deinen Atem, wie du in einem Rhythmus atmest und trotzdem mit festen Schrittes zu ihr läufst..." Freyr schaute Meitani fassungslos an und Filuno schluckte schwer, schaute dann Meitani an. ,,Bis sie dich mit deinem weißen Jogging Anzug, dem quietschgelben Handtuch über deinen schultern und dem Retro-Hippy-Schweiß-Stirnband sehen. Dann fliehe sie immer !" Meitani drückte den Kopf von Filuno runter. ,,PAH ! besser als wenn sie angst haben vor einem Erdbeben, wenn du kommst !" Freyr hatte die Hände gehoben und wollte die beiden beruhigen, bemerkte aber einen Schatten links vom Wegesrand. Er huschte schnell in die Büsche und war dann weg. ,,Was ?....Entschuldigt mich kurz..."

Während beide noch stritten, durchsuchte Freyr die Büsche. Es wurmte ihn....mehr als es sonst normal der Fall wäre und hier in der Welt hatte er in dieser einen Woche schon gelernt, dass er seinen Instinkten vertrauen sollte. Er war außer Sichtweite und die beiden Jungs schauten sich fragend an. ,,Wusste gar nicht, dass er sich in der Natur auch entlädt....."

Freyr konnte das schlechte und unwohlige Gefühl in seinem Magen einfach nicht unterdrücken oder ignorieren. Es war seltsam...irgendetwas zog ihn magisch an. Nach einer Weile stand er auf einer Lichtung. Nichts...es war nichts zu sehen. Das flaue Gefühl ließ nach und Freyr seufzte. Er drehte sich um, wollte den gleichen Weg zurück nehmen, doch stieß gegen eine Unsichtbare Mauer. Mit einem schlag war das unwohle Gefühl wieder da....noch stärker als vorher.

,,Na..wee-eeen 'aben wir denn da ?" Eine Frau hing von einem Baum runter. Sie war seltsam gekleidet und hatte..Katzen Ohren ? Oder Fledermaus ? Freyr kniff die Augen zusammen, doch er konnte sich nicht entscheiden. Das Wesen redete munter weiter. ,,Du bist der Jun-ge aus der Prophezei'ung ? Derjenige, der die Welt entweder ins Cha Oz stürzt, oder sie rettet.." Freyr verstand nicht..ins Chaos stürzten ?

,,Ah...sie 'aben es dir ni-cht gesagt....Das du eine Wahl 'ast ?" Sie wippte mit ihren Kopf hin und her. ,,Die Prophezei'ung ist für beide Seite-n gut...für die Dunkel-heit...und für das verwerfliche Lich-T..." Dann auf einmal...die Lippen der Frau bewegten sich noch, aber diesmal war eine Männerstimme zu hören.

,,Der Junge wird sich entscheiden müssen ! Abkömmling einer Göttin und eines Erdlings ! Die beiden Maiden werden fallen...und er wird sich entscheiden....Rettet er das Licht...oder die Dunkelheit. Freyr Sol entscheidet über die Zukunft der Welt."

Die Frau schloss ihren Mund wieder und lächelte. ,,Und du wirst 'etzt mit mir kommen....es gibt da jemönden, der dich se'en will..." Freyr hatte die Hand zu einer Faust geballt. Wurde er wieder nur benutzt ? Wiederholte sich alles ? Wind wehte und sammelte sich um Freyrs Faust. Dann gab es eine kleine Explosion und da waren sie wieder....die Feuerpartikel, die um seine Hand flogen. ,,Sorry...ich bin gerade nicht in Stimmung !" Er schnellte nach vorne und holte aus. ,,Entschuldige...diese Barriere kannst du nicht zerbrechen..." Triumphierend grinste die Frau...dann klirrte es und tausend Scherben schnellten auf sie zu. Sie hob ihren Arm, drehte sich...und war verschwunden. Bluttropfen fielen zu Boden...kleine, aber er hatte sie getroffen. Freyr atmete schnell, dann hörte er Fußschritte hinter sich. Er drehte sich um und vor ihm stand.....,,Wir müssen reden.."

,,Du bist tatsächlich jener Junge aus der Prophezeiung." Miss Lelou stand hinter ihrem Schreibtisch. Ihre Augen auf Freyr gerichtet. Dieser schaute sie nur stumm an. Den ganzen Weg zur Schule über hatte sie nicht mit ihm gesprochen. Aber sie hatte wohl alles gesehen und gehört. ,,Wieso haben sie mir nicht geholfen ?" Sie senkte auf die Frage hin ihren Blick. ,,Ich...es tut mir leid. Ich wollte sehen wie weit du gehst." Freyr schnaufte verächtlich. ,,Sie hätten mich also auch im Stich gelassen ?" E biss sich auf die Unterlippe, doch die Direktorin schüttelte den Kopf. ,,Hör auf...du bist kein kleiner Junge der gerettet werden muss..." Freyr grinste wisserisch, schaute sie aber nicht an. ,,Du bist der stärkste Mensch auf diesem Planeten...vielleicht sogar der ganzen Welt"

Mit geweiteten Augen sah er sie an. Hatte er sich gerade verhört ? ,,Sie sagen das nur, um mich auf ihre Seite zu ziehen. Auf welcher Seite stehen sie ?" Miss Lelou krallte sich in ihrem Stuhl, der vor ihr stand. ,,Ich stehe auf deiner Seite, Sol...Wir müssen dich auf deine Zukunft vorbereiten." ,,Weil ich wählen muss ?" Sie nickte. ,,Wen muss ich wählen ?" Die Direktorin schaute zur Seite. ,,Die Maiden...wir sind uns nicht sicher, wer es sein soll, aber..." ,,Ich werde mich für das entscheiden, was ich für richtig halte..." Miss Lelou schaute auf. In die entschlossenen Augen von Freyr. ,,Niemand wird mich manipulieren.....niemals." Miss Lelou nickte. ,,Freyr...du kommst von der Erde oder ?" Erschrocken sah Freyr auf, doch an ihrem Lächeln änderte sich nichts. ,,Ich habe dich gedeckt...hier sind die unterlagen." Sie trat hinter ihren Schreibtisch hervor und gab ihn Dokumente. ,,Lebenslauf...woher du gekommen bist..." Er berührte die Dokumente mit einer Hand. ,,Wieso tun sie das ?" Sie legte ihr Hand auf seine Schultern. ,,Einige Magier von uns haben besondere Fähigkeiten ! Einige haben Flügel...anderen Ohren...andere können mit ihrer Zunge schnalzen..." Das letzte war für Freyr nichts neues und er schaute verblüfft die Direktorin an. Sie lächelte, wurde dann jedoch wieder ernst. ,,Ich kann durch Berührung sehen, was der Mensch vor mir erlebt hat...ich sehe all seine Erinnerungen...Erlebnisse...Gefühle.." Freyr schaute wieder auf die Dokumente. ,,Sie..wissen es und haben mir trotzdem geholfen ?" Sie nickte. ,,Weil ich deinen Schmerz gesehen habe. Deine Mutter lebt noch...vielleicht erfährst du die Antworten auf alle Fragen...und solange wird diese Schule dich willkommen heißen...und ich dich unterstützten."

Freyr betrat sein Zimmer und wurde stürmisch von einer kleinen Kugel Namens Myui begrüßt. Doch anstatt sie zu kuschel, knuffte er sie nur einmal, ließ sie los und ging traurig an ihr vorbei. Das kleine Wesen schaute ihn schweigend hinterher.

Es machte POFF....Freyr drehte sich verwundert um und wo eben noch Miyu geschwebt war, stand nun eine Juna....nackt und nur die wichtigsten Stellen mit ihren Haaren bedeckt. ,,Kann..ich dir helfen Freyr ?" Sie machte einen Kussmund und Freyr erschaudert. ,,M...Miyu !!! Lass das !!!" Enttäuscht sah Juna ihn an und gab ein kurzes Miyuuuuuu von sich...dann machte es POFF...und eine Kaithy stand vor ihm...dieses mal waren die Haare zu einem Zopf gebunden. ,,M...MIYU !!"

,,Kann doch wohl nicht wahr sein mit dem Vieh..." Freyr schlug wütend die Tür hinter sich zu. Seit dem Tag auf dem Dach von dem Wohngebäude war er hier nicht mehr hochgekommen...nicht weil er nicht konnte, sondern weil die Tür zu gesperrt war. Später hatte er erfahren, dass Juna dafür gesorgt hatte. Sie war die Zimmergenossin von Kaithy und war es leit, immer nach ihr suchen zu müssen. Also ließ sie überall da, wo Kaithy sein konnte alles mögliche tun, damit Kaithy nicht dorthin kam.

Nun aber hatte die Direktorin ihm den Schlüssel gegeben. Er konnte hier üben. Eigentlich war er zu müde, aber er musste. Nächste Woche waren Test und er wollte sich nicht die Blöße geben, etwas nicht zu können. Immerhin hatte er das Image des perfekten Schülers. Er legte das Buch auf eine Erhöhung und zeichnete einen Kreis. Dann stellte er sich hinein und streckte die Faust aus. Aber egal wie sehr er sich konzentrierte, keine Partikel wollten um seine Faust kommen. ,,Verdammt..." Entrüstet ließ er die Hand sinken und schaute ins Buch. Dann ertönte eine Stimme hinter ihm. ,,Du hast da ein Zeichen falsch !"


Er drehte sich um. Er war auf dem Dach, aber dort wo die Treppe war, war ebenfalls ein kleines Häuschen. Auf diesem Dach saß... ,,Kaithy...Ich dachte niemand..." Sie rückte ihre Haare hinter eines ihrer Ohre. ,,Oh ich habe keinen Schlüssel, so wie du..."

Freyr hatte den ersten Schock überwunden und war nun wieder gefasst. ,,Rennst du wieder vor Juna weg ? Ich dachte sie hat hier extra abschließen lassen." Kaithy schaute Freyr an, nickte dann. ,,Das ist richtig...aber sie hat nicht wegen mir abgeschlossen....sondern wegen denjenigen, die mich suchen." Sie stand auf. Klar, das Dach war nicht hoch, doch wenn sie fallen würde, dann würde sie sich ernsthaft verletzten. Kaithy kippte nach vor.... ,,Vorsicht !" Freyr rannte nach vorne, er wollte sie auffangen, doch dann sah er sie.....Flügel. Weiße Federn flogen durch die Luft und ihre Haare wehten zu den Seiten. Sie war genau vor ihm und berührte seine ausgestreckten Hände mit ihren. ,,Freyr...es..." Die Federn flogen wie in Zeitlupe. Doch alles was er sehen konnte...alles woran er denken konnte war. ,,Kaithy...."

Sie schloss die Augen, nun stand sie vor ihm und die Federn lagen um die beiden herum. Ihre Flügel waren verschwunden. Dann sah sie ihn an. ,,Ich habe lange über deinen Satz nachgedacht ! ...Und ich wollte mich für meine Worte entschuldigen." Freyr sah sie an, er hatte seine Arme kurz um ihren Schultern, berührte sie aber nicht. War es ok für ihn ? ,,Du hast doch gar nichts gesagt." Beide flüsterten...und beide wussten nicht wieso. ,,Ich habe in dem Moment deine Augen gesehen." Sie schaute nach oben und sprach weiter. ,,Sie waren so traurig...da habe ich das erste mal an diesem Tag dein Wahres ich gesehen...und verstanden, wieso du immer lächelst." Er schluckte, drehte sich dann von ihr weg. So fröhlich wie möglich versuchte er ihr zu antworten. ,,Was redest du denn da ?" Er beugte sich runter und hob eine Feder auf. ,,Die sind wirklich schön.." Dann spürte er ihre wärme an seinem Rücken. Und dieses mal war es nicht von ihr berechnet...,,Freyr..du...bist in Wahrheit genauso traurig..ich habe dich gesehen. Den ganzen Tag warst du nur am lächeln. Aber als ich was sagte... ich verstehe dich ! Dein Lächeln....hält den Schmerz fort, oder ?" Er schaute nach oben, die Sterne waren hell und viele waren zu sehen. Es war eine Wolkenfreie Nacht. ,,Wir haben Vollmond." Freyr merkte, wie ihr Kopf sich von seinem Rücken hob und sie nach oben schaute. Dann hörte er ein verlegenes fluchen. ,,Ich versuch hier, ernst zu sein." Er musste lächeln. ,,Ja...ich weiß..."

Prüfungen lagen hinter ihm. Alle mit Bravour bestanden. Natürlich. In nur 2 Monaten war er zu einem Musterschüler geworden. Von jedem geliebt und angehimmelt. Er schaute an sich herunter und auf das Armabzeichen. Die Direktorin hatte ihn gefragt, ob er im Schülerkomitee mitarbeiten würde. Lächelnd hatte er abgelehnt. Aber er hätte nicht ahnen können, welche Mittel die Direktorin auffahren würde. ,,Freyr...biiiittteee !" Sie hatte vor ihm gestanden, die Hände vor ihren Körper gefaltet und sich verbeugt. Er hatte Juna seit dem ersten Tag süß gefunden. Verlegen hatte er sich an der Wange gekratzt und schließlich ja gesagt. Natürlich....Juna war im Komitee und wenn er eintrat musste er mehr Zeit mit ihr verbringen. ,,Kommst du ?" Lächelnd hatte sie ihn am Arm gepackt, ihn aus seinen Gedanken gerissen. Er lächelte Juna an. ,,Natürlich"

Wie jeden Dienstag saßen sie in dem Klassenzimmer, das für Meetings des Schülerkomitees vorgesehen war. Wie immer...waren die anderen beschäftigt, zu erscheinen. Freyr schaute wütend aus dem Fenster. ,,Wie lange wollen die uns noch warten lassen ?" Juna, die auf einem Stuhl saß lächelte bedrückt. ,,Freyr, sie sind beschäftigt, sie werden noch kommen." Er drehte sich um. ,,Sie wollen die Arbeit einfach auf dich abwälzen !" Juna schaute zuerst traurig vor sich her, dann Freyr an. ,,Ich...ich hab doch jetzt dich." Verlegen schaute sie zur Seite, ihre Wangen waren etwas gerötet und in den Augenwinkeln blitzen kleine Tränen. Freyr war erstaunt, dann räusperte er sich. ,,Natürlich....du hast Recht." Juna stand auf. ,,Siehst du ? Dann ist ja alles gut." Lächelnd ging sie auf ihn zu. ,,Oh ?" ,,Vorsicht !" Sie stolperte....und landete genau in seinen Armen. ,,Uhm..." Freyr hielt sie fest, dann richtete er sie auf. Ihre Gesichter waren nur Zentimeter voneinander entfernt. In diesem Moment ging die Tür auf.

Beide schauten erschrocken zur Tür. ,,Ohooo....Freyr ! Stören wir euch etwa ?" Es war Sean de Holess. Er war nicht besonders gesprächig, aber gut aussehend und bei den Mädchen sehr beliebt. Grinsend stand er nun im Türrahmen. ,,Nehmt euch ein Zimmer." Aber Freyr war nicht wegen Sean besorgt. Für einen kurzen Moment hatte er hinter Sean jemanden gesehen. Und nun fielen ihm ihre Worte wieder ein. ,,du...bist in Wahrheit genauso traurig" Er wollte ihr nachlaufen, doch Juna hielt ihn fest. ,,Freyr ? Entschuldige, habe ich dir wehgetan ?" Freyr war verwirrt, schaute zur Tür und dann wieder zu Juna. Sie hielt seinen Arm mit beiden Armen fest an ihre Brust gedrückt und schaute ihn mit leicht rotem Kopf an. ,,Äh..ja..Ich mein NEIN !..Nein, alles okay bei dir ?" Er fing sich wieder. Sie nickte und lächelte dann. ,,Vielen Dank!" Sie ließ ihn los. Jetzt war es eh zu spät, Kaithy nach zu rennen. ,,Wollen wir dann anfangen ?" Mittlerweile hatten sich immer mehr Schüler des Komitees im Raum versammelt. Freyr ging auf seinen Platz....und Juna schaute ihm ohne Gesichtsausdruck hinterher.


,,Wieso kommt sie nicht ?" Er hatte gewartet...Das Dach war so etwas wie ihr Treffpunkt geworden. Normalerweise kamen sie beide fast immer gleichzeitig an...doch dieses mal hatte er lange gewartet und von ihr war keine Spur zu sehen. Er faste sich an seine Stirn...dann schlug er zu. ,,Was hab ich mir gedacht ? Reiß dich zusammen." Er ging zu Boden...legte seine eine Hand auf sein Knie und schaute nach oben. Die Nacht war bewölkt und es ging leicht an zu regnen. Doch es war ihm egal. ,,Wieso bin ich hier ?"

,,Um deine Mutter...um mich zu treffen..." Freyr schreckte auf und drehte sich um. ,,Wa.." Vor ihm stand eine Frau mit langen, schwarzen Haaren, sie hatte ein langes schwarzes Kleid an. Freyr richtete sich auf und stand ihr gegenüber. Es war nicht die Frau, die er im Wald gesehen hat. ,,Wer bist du." Sie senkte den Blick. ,,Ich...bin der Teil von deiner Mutter, die dich sehen wollte. Die nicht wieder in diese Welt kommen wollte. Ich wollte bei dir sein ! Bei meiner Familie. Weg von all dem." Freyr schnalzte mit der Zunge. ,,Erklärt der Teil von dir jetzt, was hier los ist ?" Die Frau nickte. ,,Im Universum gibt es Götter...Und unter ihnen war der Göttervater Judicar. Er wollte die alleinige Herrschaft und die Welt...um die Welt zu zerstören." Freyr schaut sie an teilnahmslos an. ,,Die Frau im Wald meinte, eine Macht möchte ihn wieder erwecken. Bist du das ?" Die Frau nickte. ,,Ja...denn wenn er diese Welt zerstört, kann ich frei sein ! Dann kann ich endlich bei dir sein !" Die Frau fasste sich an die Brust. ,,Ich...mein ganzes ich konnte mich nicht ertragen...die, die Gefühle für dich hat. Es behindere die Mission. Deswegen wurde ich von meinem Körper getrennt ! Normalerweise müsste ich tot sein, aber das bin ich nicht ! Der Gedanke an dich hielt mich in dieser Welt...und dann...nach etlichen Jahren hatte ich endlich einen Körper ! Ich werde den Göttervater wieder erwecken ! Und mein Wunsch ist es dann, mit dir zusammen zu leben ! ....Ich weiß du kannst deiner Mutter nicht verzeihen...aber ich bitte dich ! Hilf mir !"

Freyr lachte. ,,Achso...die eine möchte den Göttervater beleben und die andere ihn aufhalten von der Wiedergeburt. Ist es das ? Was ich wählen muss ?" Die Frau sah ihn schweigend an und nickte dann. ,,Du hast die Kraft um eines davon zu verwirklichen. Mein andere ich wird dich benutzen wollen." Freyr schaute sie ausdruckslos an. ,,Sie sagte ich soll mich raus halten." Dann schüttelte die Frau ihren Kopf. ,,Damit du nach ihr suchst. Je mehr man etwas von sich fern halten will, desto mehr möchte man es haben ! Desto mehr wird es angezogen...oder willst du mir sagen du wolltest nicht nach ihr suchen ?" Freyr ballte seine Hände zu Fäusten. ,,Und was ist mit dir ?" Sie lächelte und breitete die Arme aus. ,,Ich möchte nur bei dir sein !" Sie ging auf ihn zu und umarmte ihn. Er erwiderte nichts, er ließ es einfach zu und spürte, die Wärme. Die Wärme, die er so vermisst hatte.

,,Seufz" Freyr schaute aus dem Fenster. Das Gespräch auf dem Dach war Wochen her. Sie Frau hatte gelächelt und ihm versprochen, bei ihm zu sein. Es würde der Zeitpunkt kommen, an dem er wählen musste. Auf welcher Seite er stand...

,,Freyr Sol, bitte ins Büro der Direktorin." Er horchte auf, erhob sich und ging wortlos aus dem Klassenzimmer. Der Lehrer fuhr mit dem Unterricht fort, als wäre nichts gewesen. Als Freyr um eine Ecke bog, rannte er fast in Juna. ,,Huch..Juna ! Was ist los ?" Sie schaute ihn verlegen an. Außer Atem stand sie vor ihm, sie musste gerannt sein, denn sie hatte kleine Schweißperlen im Gesicht. ,,Freyr ich...." Er lächelte sie an. ,,Was ist los mit dir ? Ich muss doch nur zur Direktorin !" Doch bevor er irgendetwas tun oder sagen konnte, spürte er etwas weiches, warmes auf seinen Lippen. Sie küsste ihn. Nach einer gefühlten Ewigkeit lösten sich ihre Lippen und sie schaute ihn an. ,,Ich liebe dich !" Sprachlos stand er vor ihr...Minuten vergingen. Dann senkte sie den Blick und lief an ihm vorbei. Er konnte ihr flüstern hören. ,,Gib mir bitte...später eine Antwort."

,,Was..ist passiert ?" Freyr betrat das Büro der Direktorin und neben ihr standen Lehrer, sowie die Schulärztin. Die Direktorin hatte sonst immer ein Lächeln auf den Lippen, aber heute war sie tot ernst. ,,Wir wissen, wer die Maiden sind...und was hier passieren wird..jetzt..." Geschockt sah er die Direktorin an. ,,Setz dich..." Er schüttelte wortlos den Kopf. ,,ICH SAGTE SETZ DICH !" Ohne das er seinen Körper bewegen wollte, lief er vor. Er setzte sich auf einen Stuhl. Freyr war nicht mehr länger Herr seines Körpers. ,,Was zum...WAS IST HIER LOS ?" Blitze zuckten um ihn herum und die Schulärztin schnaufte. ,,So stark ist er schon ?"

Die Direktorin setzte sich auf ihren Stuhl. ,,Hör mir gut zu....Es gibt Wesen, die..." ,,Ich weiß..." An teilnahmslos schaute er aus dem Fenster, schnitt ihr das Wort ab. ,,Sie wollen den Göttervater Judicar wiederbeleben...oder es aufhalten." Die Direktorin staunte, sah ihn aber nur wortlos an. Die anderen Lehrer brachen in Flüstern aus. ,,RUHE !" Die Stimme der Ärztin hallte durch den Raum und als es ruhig war, fuhr die Direktorin fort. ,,Ja...das ist wahr. Und aus diesem Grund gibt es zwei Schülerinnen, die in Gefahr sind..." Freyr horchte auf. ,,Nicht...." Doch sie nickte. ,,Juna Le Touw und Kaithy Fonte....in ihnen ist die Macht entweder das eine oder das andere zu verwirklichen." ,,Woher wissen sie das ?" Die Direktorin schloss die Augen. ,,Prophezeiungen....Vermutungen, Überlieferungen...nenn es wie du willst. Der Verlauf der Geschichte ist vorherbestimmt...bis zu dem Punkt, wo du dich entscheidest." Freyr schaute mit offenen Mund die Direktorin an. ,,Was...heißt das." Auf einmal umgab die Direktorin eine schwarze Aura. ,,Ganz einfach mein Junge...entweder tötest du die eine, oder die andere." Ein Lächeln war zu hören, Blitzen...die Lehrer fielen um...einer nach dem anderen...und Freyr wurde schwarz vor Augen.


,,FREYR ! VERDAMMT WACH AUF !" Er spürte einen Schmerz auf seiner Wange. ,,Was..." Er lag auf dem Boden. Was war passiert ? Er schaute sich um....er war noch nie hier gewesen....der Ort glich einem Krater. Vor ihm kniete die Ärztin. Sie Blutete stark und sie hielt sich ihren linken Arm...oder was von ihm übrig war. ,,Was ist passiert ?" Mit einem Satz richtete sich Freyr auf und fasste der Ärztin an die Schultern. ,,Ich bin passiert." Er erkannte die Stimme der Direktorin. Sie schwebte ein paar Meter hinter ihnen. ,,Dieses Miststück hatte eine Barriere errichtet....dafür musste sie bestraft werden." Freyrs Augen weiteten sich und die Ärztin lächelte ihn an. ,,Tu...das Richtige...Junge...für dich..." Dann schloss sie die Augen und kippte nach vorne in seine Arme. Er konnte nicht sagen ob sie Tod war oder nur ohnmächtig war. Wütend funkelte er die Direktorin an. ,,Was soll das alles ?" Sie lachte. ,,Oh es ist einfach. Man muss die Formalitäten wahren." Sie schnippte mit dem Finger. Der Boden zwischen ihnen spaltete sich und Freyr sah den tiefsten Abgrund. Lava war zu sehen...tief unten. Wer da reinfiel, war definitiv tot. ,,Was willst du von mir ?" Die Frau lachte. Ein abartiges Lachen.

,,Oh...ich möchte meinen Mann sehen. Ihn endlich wieder in die Arme schließen...geht es dir mit deiner Mutter nicht auf so ?" Freyr's Augen weiteten sich. ,,SIE ! Sie wollen Judicar wiederbeleben." Die Frau lächelte. ,,Ja...nur das kann ich nicht." Er biss sich auf die Unterlippe. ,,Und sie meinen, SO können sie mich überreden, ihnen zu helfen ?" Die Frau schüttelte den Kopf. ,,Nein...aber so..." Sie schnippte abermals und über den Abgrund erschienen zwei Silhouetten. Beide geknebelt und festgehalten von einer unsichtbaren Macht. ,,JUNA ! KEITHY !!" Das lachen der Frau ertönte. ,,Es ist einfach. Wähle eine von ihnen aus...die eine trägt die Macht in sich, Judicar für immer zu versiegeln...die andere, ihn zu erwecken." Freyr schaute die Frau an. ,,Willst du mich verarschen ? Wieso sollte ich das tun ? Wieso hast du nicht diejenige, die dir im Weg steht getötet ?"

Die Direktorin...oder das, was noch an ihr Direktorin war, lachte schnippisch. ,,Meinst du, wir hätten es nicht versucht ?" Etwas an Kaithy löste sich. Ihre Ärmel wurden durchgeschnitten, das Band, welches immer um ihrem Hals war löste sich....und zu sehen waren viele Wunden....Schnitte, Narben....und an ihrem Hals eine große. Freyrs Augen weiteten sich und Kaithy kniff weinend die Augen zu. Ihr Mund sowie ihr Körper wurden von einer Schwarzen Masse zugehalten. Freyrs Augen weiteten sich. ,,Nein...du bist ?" ,,...Diejenige, die ihn immer versiegeln wird." ,,FREYR ! BITTE ! Rette mich ! Ich will nicht sterben !" Anders als Kaithy konnte sich Juna von dem Mundstück befreien. Auch sie weinte. ,,STILL !" Die Direktorin schnippte und auch Junas Mund war wieder zu.,,Sie es so....Kaithy wurde von Geburt an dazu bestimmt, Judicar zu erwecken. Aus diesem Grund hasste ihre Familie sie...sie wurde gemieden...immer wieder umgebracht. Aber sie wurde immer und immer wieder gerettet...doch sie will doch gar nicht leben....sie will endlich sterben und alleine sein, weil sie eben nicht geliebt wurde.....Juna hingegen hatte schon immer ein gutes Leben...von allen geliebt...immer bewundert...und sie liebt dich sogar. Ist es nicht klar, wie deine Entscheidung ausfallen sollte?" Wütend funkelte Freyr die Direktorin an. ,,Halt dein Maul !" Diese lachte nur. ,,Wie auch immer...diese Inszenierung muss ein Ende haben...ich bin es leid zu versuchen, sie umzubringen. Deswegen musst du nun wählen. Das was DU tust, wird bestimmt auf ihre Leben Auswirkung haben ! Wir haben es oft genug versucht, eine der beiden umzubringen. Doch egal was wir tun, die Maiden sind auserwählt, von DIR bestimmt zu werden." Freyr fiel auf die Knie. Wie sollte er sich entscheiden ? ,,Oh..ehe ich es vergesse...ich denke für dich springt auch was dabei raus...."

Er schaute wieder auf...und sah dieses mal vor Juna und Kaithy zwei Frauen. Die aus dem Wald, und die, die er auf dem Dach getroffen hatte. ,,Mutter !" Beide Frauen schauten ihn an. ,,DU musst dich entscheiden Freyr...was willst du tun ?" Die Direktorin deutete auf Juna. Vor ihr schwebte seine Mutter mit den Schwarzen Haaren. ,,Willst du ihn erwecken und mit deiner Mutter glücklich leben ?" Sie deutete auf Kaithy und die Frau, die im Wald getroffen hatte. ,,Oder ihn für immer versiegeln und deine Mutter nie wiedersehen ?"

Freyr's Fäuste knallten auf dem Boden, bis sie bluteten. ,,Verdammt...VERDAMMT !" Doch die Direktorin lachte. ,,Kannst du dich nicht entscheiden ? Naja...macht nichts...ich mache es dir einfach..du kannst nur eine retten." Und mit einem Schnippen löste sich der Zauber, der die beiden Mädchen über dem Abgrund hielt. ,,NEIN !"

Sie fielen....der Abgrund kam immer näher und Freyr rannte nach vorne. Er fasste eine Hand und hielt sie fest....

,,Freyr..." Juna lächelte ihn schwach an. Sie hing an seiner Hand. Sie zwar zwar am Abgrund, aber er hatte sie festgehalten. ,,VERARSCH MICH NICHT !" Freyr umgab plötzlich eine Aura...seine freie Faust glühte und Partikel bildeten sich. Er weinte....aber nicht normale Tränen, sondern Blut. ,,Ich werde niemanden sterben lassen !" Dann schossen die Partikel nach vorne...und hielten Kaithy Sturz Millimeter über der Lava auf. Wie eine große Pranke krallten sich die Partikel um sie und hoben ihren Körper aus der Schlucht.

Er zog beide Mädchen hoch und sie lagen nun vor ihm. Wortlos stand er auf. ,,DU bist die Quelle ? Du willst das alles ?" Die Direktorin schreite. Wut...Verzweiflung... ,,Wie kannst du es wagen ? WIE KANNST DU ES WAGEN ? MEIN MANN ! ERWECKE IHN ! UND WENN ICH DEINEN TOTEN KÖRPER DAFÜR BEWEGEN MUSS ! DU wirst..." Sie beruhigte sich wieder, atmete tief ein und ihr Körper wurde schwarz...Schwarze Flammen umgaben sie und als sie sich auflösten war ein entstelltes Monster zu sehen. Rote Augen funkelten ihn an. ,,Du wirst Kaithy töten !"

Das Monster schnellte nach vorne. Wie in Zeitlupe bewegte es sich. Freyr sah es, doch bewegen konnte er sich nicht. ,,Freyr..." Er hörte hinter sich eine vertraute Stimme. Hinter ihm, umarmend, standen beide Frauen, denen er begegnet war. Seine Mütter. ,,Du hast....die Prophezeiung nicht erfüllt und aus eigenem Willen dein Schicksal geändert. Wir helfen dir und werden dir die Nötige Kraft geben, auf das hier zu überwinden." Beide schlossen die Augen und als sie sich auflösten war ihr flüstern zu hören. ,,Wir lieben dich...Über alles." Freyr hatte Tränen in den Augen. Doch alles was er brauchte war die Liebe seiner Mutter. Er musste sie nicht sehen um das zu wissen. Und dann spürte er eine ungeheuerliche Kraft in sich. Weiße Blitze und flammen formten sich um ihn herum. Als er über seine Schulter blickte, war er erstaunt. Beide, sowohl Kaithy als auch Juna hatten sich aufgesetzt. Während Juna weinend und in Angst zitternd den Kopf schüttelte, sah Kaithy ihn direkt an. Sie stand auf und ging auf ihn zu, bis sie bei ihm war und ihn von hinten umarmte. ,,DU bist der erste, der mich nicht hat sterben lassen wollen...der erste der mich gesehen hat wie ich bin...du wirst auf ewig mein Held sein. Ich danke dir." Mehr Energie strömte in ihn, doch dann drehte er sich um. Er umarmte sie. ,,Verschwinde bitte nicht...ich bin gleich wieder bei dir...." Er sah ihn erstaunt an, nickte dann. Er küsste sie auf die Stirn, dann wandte er sich wieder dem Monster zu, was auf die beiden zukam...die Zeit wurde wieder normal....dann hörte man einen Schrei.

Beide standen mit dem Rücken zueinander. Das Monster und Freyr. Das blitzen und funkeln war von Freyr verschwunden. Das Monster kicherte leicht, dann brach es in Gelächter aus. ,,DU bist es wohl doch nicht....Du...bist wohl doch nicht der Auserwäh...?!" Das Monster weitete seine Augen.....und zerfiel in seine Einzelteile. Mit einem schmerzerfüllten Schrei tat es seine letzten Atemzüge. Freyr lächelte...mit Blutverschmiertem Mund. Er brach auf seine Knie zusammen. ,,FREYR !" Kaithy rannte zu ihm, er kippte um und sie konnte seinen Fall gerade noch mit ihrem Körper aufhalten. ,,NEIN ! Freyr...verlass mich nicht ! Ich..ich kann nicht ohne dich ! BITTE ! ICH...." Er legte ihr einen Finger auf ihre Lippen. Dann lächelte er schwach. ,,Ich konnte mich nicht ...weil ich euch beide nicht sterben...lassen...konnte...Aber.....Entschieden habe ich mich. Und der Mann sollte so was zuerst sagen ! Ich habe mich für dich entschieden. Ich liebe dich !" Kaithy weinte, sie hielt seine Hand an ihre Wange. ,,Nein..nein..Oh GOTT NEIN ! Wieso tust du mir das an ? Bitte..Freyr ! Du darfst mich nicht verlassen !" Er lächelte, um ihn herum wurde es immer dunkler. ,,Das...werde ich niemals !" Dann sackte seine Hand zu Boden.


,,Oh GOTT ! IST ALLES OKAY ?!" Freyr spürte etwas kaltes auf seinen Wangen und öffnete langsam seine Augen. War das...,,Schnee ?" Die Schmerzen, die er bis eben noch verspürt hatte waren einem kleineren Schmerz gewichen. Seine Brust fühlte sich an, als würde sie plattgedrückt. Er versuchte sich aufzurichten....und bemerkte die Umgebung und sich selbst. Es war jene verschneite Straße, die er lang gegangen war, als er von zu Hause weggelaufen war. Er spürte seine Kleidung...der Mantel mit der Kapuze...seine Hose...lediglich seine Füße waren etwas kalt. Er versuchte seinen Körper zu bewegen, doch er war schwer. ,,JUNGE ! Alles in Ordnung bei dir ?" Er schaute nach links und über ihm stand ein älterer Mann. Er hatte eine Kappe auf und einen dicken Mantel an. Keuchend und außer Atem stand er vor Freyr. ,,Es tut mir so leid ! Wegen dem Schnee hatte ich nichts sehen können ! Gott sei dank, hat dich das Fräulein weg geschubst ! Geht es ihr gut ?"

Freyr begriff nicht, schaute an sich herunter. Auf ihm lag ein Mädchen mit langen, schwarzen Haaren. ,,Uh..." Ihre Augen flackerten, dann schaute sie auf. ,,FREYR ! GEHT ES DIR GUT ?" Sprachlos hatte sich Freyr auf seine Arme gestützt. Durch die Bewegung war das Mädchen aus ihrer Ohnmacht aufgewacht. Sie schaute ihn an...,,Kaithy !" Dann fing sie an zu weinen und fiel ihn um den Hals. ,,Freyr ! Oh Gott ich dachte ich hätte dich verloren ! Ich...ich..." Er umarmte sie ebenfalls und beide bewegten sich lange Zeit nicht.

Sie waren beide okay und der LKW Fahrer entschuldigte sich zum tausendsten mal bei ihnen. ,,Es tut mir leid." Freyr hob die Hand und winkte ab. ,,Schon in Ordnung ! Es ist ja nicht ihre Schuld. Der Schnee...gute weiterfahrt !" Kaithy stand neben ihm und hielt stumm seine Hand. Sie schmiegte sich an seinen Arm und sagte nichts mehr. Auch als der LKW weitergefahren war, standen sie noch da. ,,War das..ein Traum ?" Ihre Stimme zitterte etwas. ,,Habe ich...war ich die ganze Zeit hier ? Freyr ?" Sie schaute ihn an und ihre Augen weiteten sich. Er hatte Tränen auf den Wangen...aber lächelte. ,,Du bist hier...und wirst es immer bleiben ?" Sie lächelte, dann erschrak sie. ,,WAS...was ist mit deinen Haaren ?" Er fasste sich an den Kopf und lachte. ,,So...ist es doch besser, oder ? Nun haben wir beide die gleiche Haarfarbe !" Sie schaute ihn verblüfft an, dann lachte auch sie. ,,Stimmt Freyr !" Er räusperte sich verlegen. ,,Vincent de Fyllia" ,,Huh ?" Er kratzte sich an der Nase, seine Nasenspritze errötet. ,,Das ist mein Name...mein echter." ,,Vincent..." Er wurde noch etwas röter. Dann ertönte eine Stimme

,,VINCENT !" Beide schauten auf und vor ihm stand der ältere Mann, der ihm vorher aus dem Haus gefolgt war. Er war außer Atem. ,,Pa ! Wo ist denn dein Mantel ?" Vincent ging auf ihn zu und rieb ihn die Arme. ,,DU bist ganz kalt !" ,,JUNGE ! Wieso bist du nicht zurück gekommen !" Vincent erschrak. Er erinnerte sich nun wieder, was zwischen ihnen vorgefallen war. Er wollte gerade ein paar Schritte zurückgehen, doch eine sanfte Hand hielt ihn auf. Er schaute zur Seite und Kaithy lächelte ihn an. Zuerst sah er sie erschrocken und verwirrt an, dann lächelte er. Sein Vater ging vor ihm auf die Knie. ,,Bitte...verzeih mir ! Verzeih mir ! Ich...alles was ich gesagt habe ! Es tut mir leid !" Vincent half seinem Vater hoch. ,,Lass uns von vorne anfangen. Unter einer Bedingung ! Ich möchte dir jemanden vorstellen und sie wird bei uns wohnen !"

Kaithy saß frisch gebadet auf seinem Bett und schaute sich in seinem Zimmer um. ,,Uhm..war das wirklich okay, dass ich ab jetzt hier wohne ?" Vincent lächelte sie an, er war gerade fertig damit, seine Haare zu trocknen. ,,Klar..du gehörst doch jetzt zur Familie ?" Er grinste und sie wurde etwas rot und schaute zur Seite. ,,Fa..Familie..." ,,Was ist das ?“ Vincent deutete auf seinen Nachttisch. Auf ihm stand eine Glaskugel, in der ein Gebäude zu sehen war. Kaithy schaute zu ihr und lächelte. ,,Die hatte ich in meiner Tasche...sieh mal.“

Vincent legte das Handtuch weg und kam auf sie zu. Er begutachtete die Kugel. ,,Ist das ?“ Sie nickte. ,,Ja ! Das ist die Schule ! Sieh mal !“ Sie deutete auf eine Frau, die vor dem Gebäude stand. Sie hatte einen Kittel an und winkte. ,,Das ist doch !“ Es war die Schulärztin. Neben ihr stand ein Mädchen, was die beiden anlächelte. Es verbeugte sich. Dann gingen beide rein. ,,Das ist unsere alte Schule...sie haben sie wohl wieder aufgebaut.“ Kaithy hatte Tränen in den Augen und Vincent lächelte, dann schubste er sie, sodass sie mit dem Rücken aufs Bett landete und war nun über ihr.

,,Ich lass dich bestimmt nie wieder gehen ! Ich habe mich für dich entschieden...verstehst du ?" Sie nickte verlegen. ,,Wirklich ?" Prüfend sah er sie an und sie wurde noch röter. ,,Verstehst du wirklich ?" Er hob ihre Hand an seine nackte Brust und ihre Augen weiteten sich. ,,De..dein Herz schlägt so schnell" Er schüttelte den Kopf. ,,Nein...für dich. Ich hätte nicht gedacht, dass ich jemals jemanden so lieben kann...Bleib für immer bei mir !" Er machte eine kurze Pause und sah sie dann mit festem Blick an.

,,Heirate mich !" Ihre Augen weiteten sich, sie wurde von Vincent in eine Umarmung gezogen. Zuerst zögerte sie etwas, doch dann hielt sie sich an ihm fest und mit dem schönsten Lächeln der Welt antwortete sie: ,,Ja."


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